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Düsseldorf
Verdi plant Kitastreiks auch im Mai

Düsseldorf. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi rüstet sich offenbar für eine harte Tarifauseinandersetzung im Sozial- und Erziehungsdienst. Wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf interne Gewerkschaftspapiere berichtet, liegen bei Verdi bereits konkrete Streikplanungen für den Mai vor. Warnstreiks sind heute in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Sachsen geplant.

Für morgen ist die nächste Verhandlungsrunde mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) angesetzt. Die Gewerkschaften Verdi und GEW fordern eine bessere Eingruppierung und damit Bezahlung von 240 000 Kinderpflegern, Erziehern und Sozialarbeitern in kommunalen Einrichtungen. Dabei geht es um eine neue Tarifstruktur. Die von Verdi verlangte Neueingruppierung würde nach Angaben der Arbeitgeber bei einigen Erzieherinnen an den kommunalen Kitas zu Lohnsteigerungen von 21 Prozent führen. Verdi selbst spricht von Lohnsteigerungen von im Schnitt zehn Prozent.

So sollen Kinderpfleger künftig von der Entgeltgruppe drei nach fünf vorrücken und Kita-Leiterinnen von sieben nach elf. Derzeit kommt eine Kinderpflegerin nach einem Jahr Berufserfahrung auf gut 2400 Euro brutto, eine Kita-Chefin auf etwa 4400 Euro.

Verdi-Chef Frank Bsirske sagte, die kommunalen Arbeitgeber lehnten eine bessere Bezahlung für Erzieher ab. Sie leugneten jeglichen Handlungsbedarf. "Wenn die Arbeitgeberseite diese Haltung weiter verfolgt, steuern wir auf eine scharfe Konfrontation zu", sagte Bsirske.

Verhandelt wird seit Anfang des Jahres. Nach den morgigen Gesprächen sind weitere Termine für den 16. sowie den 20. und 21. April vereinbart. Außerdem sind der 11. und 12. Mai bereits anvisiert. Der "Süddeutschen Zeitung" liegen Detailpläne für Warnstreiks Ende April und Anfang Mai vor. Demnach beschloss bereits vor zwei Wochen eine Fachgruppe von Verdi einen Warnstreik am 17. April in Falkensee bei Berlin sowie am 5. Mai in Potsdam. Das Programm steht bereits fest: "9.30 Uhr Beginn Sternmarsch zum Rathaus Falkensee", zitiert die Zeitung aus dem Sitzungsprotokoll der Fachgruppe, sowie: "10.30 Uhr Demozug zum Landtag, voran die Trommelgruppe".

Gewerkschaftsexperten gehen davon aus, dass Verdi die massiven Warnstreiks vor allem dazu benutzt, um neue Mitglieder zu werben.

Quelle: RP
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