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Düsseldorf
Verdi und Lufthansa einigen sich beim Bodenpersonal

Düsseldorf. Die Lufthansa hat einen wichtigen Etappenerfolg in dem Dauerstreit mit den eigenen Beschäftigten erzielt. Das Management schaffte nach einer überraschend geräuschlosen Tarifrunde am Wochenende einen Tarifabschluss mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für die rund 33.000 Beschäftigten der Bodendienste sowie bei Lufthansa-Systems, der Lufthansa-Service GmbH, der Lufthansa Technik und der Frachtsparte Lufthansa Cargo.

Danach erhalten alle Beschäftigten für die Monate April bis Dezember eine Einmalzahlung in Höhe von 2250 Euro, Azubis bekommen 600 Euro. Zusätzlich werden die Vergütungen jeweils zum 1. Januar 2016 und 1. Januar 2017 um je 2,2 Prozent angehoben. Die Laufzeit des Tarifvertrages endet am 31. Dezember 2017.

Besonders bemerkenswert: Auch bei der betrieblichen Altersversorgung haben sich beide Seiten geeinigt. Dabei wurde das bisherige Niveau der Betriebsrente für alle zurzeit Beschäftigten gesichert, einschließlich der ab 1. Januar 2014 neu eingestellten Beschäftigten, die bisher ohne betriebliche Altersversorgung waren. Für Mitarbeiter, die ab 1. Januar 2016 beschäftigt werden, konnte ebenfalls eine Betriebsrente vereinbart werden, die das bisherige Leistungsniveau sichert. Die Beschäftigten müssen dafür künftig einen Eigenbeitrag von einem Prozent leisten. Er soll schrittweise eingeführt werden.

Unklar ist bislang, ob die Einigung beim Thema Altersversorgung auch als Vorbild für Flugbegleiter und Piloten dienen kann. Der Chef der Unabhängigen Flugbegleiter-Organisation (Ufo), Nicoley Baublies, erklärte, man wolle den Abschluss "im Detail prüfen". Er habe sich sehr gewundert, dass eine derart weitreichende Entscheidung so kurz vor dem für morgen angesetzten Jobgipfel, an dem alle drei Gewerkschaften teilnehmen sollen, getroffen worden sei. Er werde das Treffen aber nutzen, um sich mit der Verdi über die Einigung auszutauschen, so der Ufo-Chef. Anders als Verdi sind die Vereinigung Cockpit und die Ufo bislang nicht bereit, Verschlechterungen bei der Altersversorgung auch für neueingestellte Kollegen zu akzeptieren. "Wir wollen keinen harten Schnitt, der dazu führt, dass es auf Sicht im Unternehmen unterschiedliche Regelungen für Mitarbeiter gibt, die die gleiche Arbeit machen", sagte ein VC-Sprecher.

(maxi)
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