Koenigsegg sagt ab: Verkauf von GM-Tochter Saab ist geplatzt
zuletzt aktualisiert: 25.11.2009 - 07:39Detroit (RPO). Der Verkauf der strauchelnden General-Motors-Tochter Saab ist gescheitert. Der skandinavische Sportwagenbauer Koenigsegg hat das Kaufangebot für den defizitären schwedischen Hersteller Saab zurückgezogen, wie das Unternehmen am Dienstag in Stockholm mitteilte. Koenigsegg sei zu dem "schmerzlichen und schwierigen Schluss" gekommen, dass das Übernahmevorhaben nicht zu stemmen sei, hieß es weiter.
Im August hatte das Unternehmen erklärt, dass zur Finanzierung der Übernahme noch drei Milliarden schwedische Kronen (290 Millionen Euro) fehlten. Am Dienstag erklärte Koenigsegg jedoch, ausschlaggebend für den Rückzieher sei die Zeitplanung gewesen. Verzögerungen beim Abschluss der Übernahme hätten zu weiteren Risiken und Unsicherheiten geführt, hieß es.
GM-Chef Fritz Henderson erklärte in Detroit, der Autokonzern bedauere die Entscheidung. Über die weitere Zukunft von Saab werde der GM-Verwaltungsrat nun in den nächsten Tagen entscheiden. Der Mutterkonzern hatte während der eigenen Insolvenz angekündigt, Saab entweder verkaufen oder schließen zu wollen.
Die Zukunft der 4.500 Angestellten von Saab scheint mit dem Platzen der Übernahme ungewisser denn je. GM hat bereits mit Abverkauf der Lagerbestände begonnen und seinen Rückzug vorbereitet, was nur schwer wieder umzukehren sein dürfte. Zudem sind die Absatzzahlen bei Saab zuletzt weiter eingebrochen. Die schwedische Regierung kündigte für den Abend eine Pressekonferenz an. Saab-Gewerkschaftsvertreter Paul Akerlund wollte vor einem Treffen der Arbeitnehmer am Abend nicht Stellung nehmen.
Konsortium mit chinesischer Beteiligung
Die Übernahme durch Koenigsegg war im Juni angekündigt worden, vier Monate nach der Insolvenz von Saab. Die finanziellen Details des Deals wurden von GM nie offengelegt. Ein im September gebildetes Konsortium unter der Führung von Koenigsegg, an dem auch ein chinesisches Autounternehmen und ein norwegischer Investor beteiligt waren, wollte die Übernahme unter anderem mit Hilfe eines von der schwedischen Regierung garantierten Kredits der Europäischen Investitionsbank in Höhe von 600 Millionen US-Dollar (400 Millionen Euro) finanzieren.
Die Übernahme von Saab durch Koenigsegg hätte auch die deutsche Marke Opel berührt. Nach der ursprünglichen Vereinbarung sollte der Saab 9-5 künftig nicht wie ursprünglich vereinbart im Opel-Stammwerk Rüsselsheim, sondern im Saab-Werk im schwedischen Trollhättan gebaut werden.
Koenigsegg ist ein kleiner Hersteller von exklusiven und teuren Supersportwagen. Gegründet wurde das Unternehmen 1994 von dem Geschäftsmann Christian von Koenigsegg. Derzeit beschäftigt es rund 45 Vollzeitkräfte.
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