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Hannover
Versicherer Talanx streicht mehr als 600 Stellen

Hannover. Der Versicherungskonzern Talanx will in Deutschland bis 2020 mehr als 600 Stellen streichen. Damit fällt im renditeschwachen Privat- und Firmen-Versicherungsgeschäft im Inland mindestens jeder achte der 5000 Arbeitsplätze weg. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat hätten begonnen, teilte das Unternehmen mit.

Von den Streichungen bei Talanx Deutschland betroffen sind zunächst vor allem die Mitarbeiter der HDI Kundenservice AG (insgesamt 2500 Arbeitsplätze), in der die Lebens- und Sachversicherungssparte gebündelt sind. Ein Stellenabbau in der HDI Vertriebs AG (1200 Stellen) kommt noch hinzu: Wie viele der dort angestellten Außendienstler, Vertriebsbetreuer und Marketing-Experten gehen müssen, soll im ersten Quartal 2016 feststehen. Entsprechend ist auch noch unklar, wie viele Jobs in Nordrhein-Westfalen betroffen seien könnten. Im bevölkerungsreichsten Bundesland hat Talanx drei große Standorte: Köln (rund 1400 Beschäftigte), Hilden (455) und Essen (rund 400).

Erste Ergebnisse der Gespräche mit den Arbeitnehmern seien im Frühsommer des kommenden Jahres zu erwarten, teilte das Unternehmen gestern mit. Der Stellenabbau solle möglichst sozialverträglich umgesetzt werden, erklärte Vorstand Jan Wicke. Talanx hatte bereits im dritten Quartal dieses Jahres etwa 70 Millionen Euro unter anderem für den Umbau des Deutschland-Geschäfts zurückgestellt. Insgesamt will der Versicherer bis zum Jahr 2020 etwa 240 Millionen Euro pro Jahr sparen.

(RP/rtr)
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