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Köln/Frankfurt
Verspätungschaos bei Eurowings

Köln/Frankfurt. Der Lufthansa-Ableger Eurowings bietet neuerdings günstige Langstreckenflüge nach Kuba oder Thailand an. Doch einige Pannen führten zu Verspätungen von bis zu 68 Stunden. Jetzt kümmert sich Lufthansa um das Prestigeprojekt. Von Reinhard Kowalewsky

Mit großen Zielen hat die Deutsche Lufthansa ihren Ableger Eurowings seit diesem Winter zum Anbieter auch für günstige Langstreckenflüge gemacht, tatsächlich hat Vorstandschef Carsten Spohr sich nur eine weitere Baustelle im Konzern geschaffen.

Rund ein Drittel der angebotenen Verbindungen auf der Langstrecke hatte seit Weihnachten Verspätungen, schätzt Fairplane, eine Beratungsfirma zum Thema Fluggastrechte. "Die Lage ist für Lufthansa äusserst ernst und für die Passagiere höchst ärgerlich", meint Fairplane-Sprecher Ronald Schmid.

Heinz Joachim Schöttes räumt als Sprecher von Eurowings immerhin ein, dass sieben Prozent der angebotenen Langstreckenflüge mehr als fünf Stunden Verspätung haben und dass es eine Reihe weiterer Verzögerungen gibt."Uns tut das äußerst leid. Wir entschuldigen uns bei den betroffenen Passagieren."

Wie ernst die Lage ist, zeigte sich Dienstags um fünf Uhr früh am Kölner Flughafen: Mit 68 Stunden Verspätung kam Eurowings-Flug 131 aus dem kubanischen Badeort Varadero an. Ein Mitglied der Geschäftsführung entschuldigte sich persönlich bei den Passagieren. Und er versprach, dass sie neben den sowieso fälligen 600 Euro Entschädigung auch noch einen Fluggutschein von 250 Euro erhalten werden.

Laut Fairplane kam die nächste Maschine aus Varadero dann mit zehn Stunden Verzögerung an. "Fehlstart des Lufthansa-Ablegers Eurowings", schreibt das "Handelsblatt".

Die Krise hängt mit zu enger Planung zusammen. Eurowings hat für die Langstrecke in die Karibik, nach Dubai oder auch zu zwei Zielen in Thailand nur zwei Airbus A330, die vom Partner Sunexpress betrieben werden sowie eine Boeing 767, die von der Tui gestellt wird. Weil aber bereits im Oktober eine der zwei A330 auf dem Flug von Köln-Bonn nach Palma de Mallorca eine ernsthafte Panne hatte, fiel die Maschine länger aus. Darum hatte Eurowings wiederum zu wenig Kapazität, um Piloten in dem Jet zu schulen. Also kann Eurowings selbst nicht alle Strecken selber schultern. Und muss dann ein Jet wie in Varadero außerplanmäßig ersetzt werden, gibt es praktisch keinen Ersatz - liegengebliebene Passagiere müssen warten, bis eine Ersatzmaschine kommt und bis deren Crew wieder fit für den Rückflug nach Europa ist.

Damit die Krise nicht weiter eskaliert, schaltet sich nun Lufthansa unmittelbar ein. "Das Thema ist Chefsache", erklärte ein Sprecher gestern. Eine Arbeitsgruppe soll in den nächsten Tagen Maßnahmen vorlegen, um den Flugverkehr bei Eurowings auf der Langstrecken zu stabilisieren.

Als ersten Schritt übernimmt nun Lufthansa die Eurowings-Verbindung nach Dubai, erklärt Schöttes. Diese Strecke wird dreimal in der Woche von Köln beflogen. Ob sie auch im Sommer fortgesetzt wird, bleibt abzuwarten - die Konkurrenz gerade in die Golfstaaten ist groß gerade durch die dortigen Carrier.

Weitere Maßnahmen könnten nun das Chartern weiterer Jets sowie die Ausdünnung des Flugplanes sein, sagt ein Lufthansa-Sprecher. Allerdings erklärt der Konzern ausdrücklich, am Langstreckenangebot von Eurowings festzuhalten, um gegen Billigairlines standzuhalten.

Dank günstiger Preise scheint es jedenfalls erst einmal relativ viele Passagiere zu geben: Die Maschine von Köln nach Varadero am 29. Januar ist beispielsweise ausgebucht.

Quelle: RP
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