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Leverkusen
Vom Azubi zum Chef: Trauer um Hermann Josef Strenger

Leverkusen. Der langjährige Bayer-Chef Hermann Josef Strenger ist tot. Er starb kurz vor seinem 88. Geburtstag, wie der Pharmakonzern mitteilte. Strenger führte Bayer von 1984 bis 1992. Er trieb Internationalisierung, Forschungsaktivitäten und Umweltschutz voran. Nach dem Fall der Mauer sorgte er dafür, dass Bayer in Bitterfeld Arbeitsplätze schuf. Von 1992 bis 2002 war er Chef des Aufsichtsrates.

"Als erster Nicht-Chemiker an der Spitze von Bayer hat Strenger seine besondere Verantwortung für die Rolle der Chemie in der Gesellschaft wahrgenommen", sagte Bayer-Chef Werner Baumann. Unter Strenger stellte der Konzern die Verklappung der giftigen Dünnsäure in der Nordsee ein.

Strenger wurde am 26. September 1928 in Köln als Sohn eines Bayer-Mitarbeiters geboren. Er machte eine Karriere, wie sie heute kaum mehr möglich ist: Er fing 1949 als kaufmännischer Lehrling in Bayers Farbenfabrik an und arbeitete sich im Chemie-Bereich hoch. Von 1954 bis 1960 ging er für Bayer nach Brasilien und Schweden.

Vom Azubi zum Bayer-Chef - den Weg ging nach ihm auch Werner Wenning. Der heutige Chef des Aufsichtsrats lobte: "Strenger war ein Mensch, dem moralische Werte sehr viel bedeuteten. Er war ein Mann, von dem Vertrauen ausging und dem Vertrauen entgegengebracht wurde." Als "Mann von unten" lag Strenger die Mitbestimmung am Herzen, bis heute wird sie in Leverkusen gepflegt. Um begabten jungen Kollegen zu helfen, gründete er eine Stiftung zur Förderung internationaler Berufserfahrung. Strenger lebte bis zu seinem Tod in Leverkusen. Er war verheiratet und hatte vier Kinder.

(anh)
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