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Wolfsburg
VW-Führungskräfte wussten über Manipulation Bescheid

Wolfsburg. Bei der Aufarbeitung des Abgas-Skandals soll Volkswagen vorangekommen sein. Wie "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR berichteten, hat in den vergangenen Monaten ein Kronzeuge, der selbst an den Manipulationen beteiligt gewesen sein soll, bei internen Befragungen im Autokonzern umfassend ausgesagt. Nahezu alle mit den Abgas-Problemen befassten Führungskräfte in der Motoren-Entwicklung sollen von den Manipulationen gewusst haben oder gar daran beteiligt gewesen seien.

In der betreffenden Abteilung sei es kein Geheimnis gewesen, dass VW bei den Abgastests der Behörden in den USA und Europa nur so die Schadstoff-Grenzwerte für Stickoxid offiziell habe einhalten können, hieß es. Viele Mitarbeiter und Manager in dieser Abteilung seien eingeweiht gewesen. Um sich zu schützen, habe in der Abteilung ein "Schweigegelübde" geherrscht. Andere Bereiche im Konzern hätten davon nichts wissen sollen, von Ausnahmen abgesehen.

Die Manipulationen hätten im November 2006 begonnen. Laut den Erkenntnissen soll damals ein größerer Kreis von Mitarbeitern in der Motoren-Entwicklung den Einsatz der Betrugs-Software besprochen haben.

Auf das Netz der VW-Vertragswerkstätten rollt mit dem Massenrückruf in der Diesel-Affäre Ende Januar eine gigantische Arbeitswelle zu. Laut VW gibt es bundesweit 2173 Volkswagen-Partner, deren Werkstätten für den Rückruf autorisiert sind. Damit ergeben sich mit den 2,4 Millionen zurückgerufenen Dieseln rechnerisch 1100 Fahrzeuge pro Werkstatt.

Unterdessen kündigte das belgische Wirtschaftsministerium Untersuchungen wegen angeblich höherer Abgaswerte beim Opel-Modell Zafira an. Dies bestätigte ein Sprecher von Minister Kris Peeters in Brüssel. Der Minister fordere von Opel Transparenz über eventuelle Software-Änderungen. Opel hatte bereits in der vergangenen Woche Anschuldigungen scharf zurückgewiesen. "Es ist nicht zutreffend, dass Opel-Händler beim Zafira Tourer mit 1,6-Liter-Dieselmotor eine modifizierte Software aufgespielt haben, die das Abgasverhalten des Fahrzeugs verändert." Das genannte Service-Update habe nichts mit einer Veränderung der Emissionswerte zu tun.

(dpa)
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