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Kommentar
VW muss jetzt Gas geben

Die Zeiten, in denen das Streben nach Größe oberste Priorität hatte, sind vorbei. Das betont VW-Chef Matthias Müller immer wieder. Der Beste will man freilich weiterhin sein. Von diesem Anspruch ist man in Wolfsburg jedoch weit entfernt. Im Fahrzeugbau ist VW eine Macht, daran ändert auch der Abgasskandal momentan nichts. Bei digitalen Geschäftsfeldern hat der Konzern unter Müllers Vorgänger Martin Winterkorn aber bislang gepennt. Während Konkurrenten wie Daimler seit Jahren mit Car-sharing und Taxi-Apps experimentieren, setzte man bei VW lieber auf den x-ten Spritschlucker. Das könnte sich nun rächen. Denn VW läuft der Musik hinterher. Autonomes Fahren und künstliche Intelligenz sollen Kerntechnologien werden, kündigte Müller an. Doch dafür braucht man auch die richtigen Leute. Das Problem ist nur: Bei Informatik-Studenten ist VW als Arbeitgeber laut einer Studie deutlich unbeliebter geworden. Der Abgasskandal hinterlässt nicht nur in der Bilanz Spuren. Mit Ankündigungen ist es da nicht getan. VW muss beweisen, dass es den vielfach beschworenen Kulturwandel ernst mein - und nicht wieder in alte Selbstgefälligkeit zurückfällt. Florian Rinke

Quelle: RP
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