Werk bei Moskau soll erweitert werden: VW will Kapazitäten in Russland aufstocken
zuletzt aktualisiert: 02.09.2010 - 17:08Moskau (RPO). Volkswagen hält wenige Jahre nach dem Bau eines Werks in Russland Ausschau nach weiteren Produktionskapazitäten in dem Land. Europas größter Autobauer plane eine neue Fertigungsstraße beim russischen Autobauer GAZ, sagte Konzernchef Martin Winterkorn am Donnerstag in Moskau.
Langfristig solle das VW-Werk in Kaluga 170 Kilometer südwestlich von Moskau erweitert werden. Die Fabrik in Kaluga hat derzeit eine Kapazität von 150.000 Einheiten und beschäftigt rund 3000 Menschen. Im vergangenen Jahr war die Produktion wegen der Wirtschaftskrise nur zu einem Drittel ausgelastet. In den ersten sieben Monate des laufenden Jahres sind laut VW aber bereits wieder 57.600 vom Band gerollt.
Die russische Regierung kurbelt den Pkw-Absatz seit kurzem mit günstigen Krediten an. Experten rechnen damit, dass Russland Deutschland in spätestens fünf Jahren als größten Automarkt in Europa überflügeln wird. Das Land hatte sich bereits vor der Krise angeschickt, Deutschland von Platz 1 in Europa zu verdrängen. Nach dem Wirtschaftseinbruch kam die Pkw-Nachfrage in Russland aber zeitweise fast völlig zum Erliegen.
GAZ hat unlängst anderen Pkw-Herstellern die Nutzung seiner Produktionskapazitäten angeboten. Das Unternehmen ist der einzige große russische Autobauer ohne westlichen Partner. Er ist auf Schwerfahrzeuge und Busse spezialisierte, betreibt 17 Produktionsstätten und gehört dem Oligarchen Oleg Deripaska. GAZ hatte sich gemeinsam mit der russischen Sberbank und dem kanadischen Zulieferer Magna auch um die Übernahme von Opel beworben. General Motors entschied scih jedoch am Ende, die Rüsselsheimer Tochter zu behalten.
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