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Frankfurt
Warum die Finanzaufsicht die Maple Bank geschlossen hat

Frankfurt. Bei der von der Finanzaufsicht Bafin geschlossenen Maple Bank GmbH dauern die Ermittlungen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung an. Die Bafin hatte am Wochenende die Schließung der Bank angeordnet, weil dieser wegen einer notwendigen Steuerrückstellung die Überschuldung drohe. Die Bank bestätigte, dass die Rückstellung in Zusammenhang mit möglicherweise illegalen Cum-Ex-Aktiengeschäften aus den Jahren 2006 bis 2010 steht. Auch andere Banken und Einzelpersonen stehen im Verdacht, ähnliche Geschäfte rund um die Dividendentermine von Aktiengesellschaften betrieben zu haben. Dabei soll über eine doppelte Steuererstattung regelmäßig Kapitalertragssteuer hinterzogen worden sein, so dass den Steuerbehörden insgesamt ein Schaden von rund zehn Milliarden Euro entstanden sein könnte.

Die Schließung der Maple Bank wird als Beleg für ein härteres Vorgehen der Behörden bei Cum-Ex-Geschäften gewertet. Das Institut kann nach deutschem Recht nicht direkt beschuldigt werden, wohl aber verantwortliche Manager als Einzelpersonen. Im September des vergangenen Jahres hatte es in dem Fall eine bundesweite Großrazzia gegeben.

Als Beschuldigte führen die Ermittler elf ehemalige oder aktuelle Beschäftigte der Maple-Niederlassung in Frankfurt. Ihnen wird Steuerhinterziehung und teils Geldwäsche vorgeworfen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" soll es um 450 Millionen Euro gehen, für die steuerrechtlich möglicherweise die Bank gerade stehen muss. Sie hatte zuletzt 2014 ein Eigenkapital von 378 Millionen Euro ausgewiesen.

Die Schließung soll nach Angaben der Bafin dazu dienen, die Vermögenswerte der Bank in einem geordneten Verfahren zu sichern. Die Kundeneinlagen von rund 2,6 Milliarden Euro sind über verschiedene Systeme abgesichert. So greift neben der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100 000 Euro die weitergehende Absicherung durch den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken. Diese kann bis zu knapp 60 Millionen Euro pro Anleger reichen.

Die deutsche Gesellschaft Maple Bank GmbH ist dem Finanzkonzern Maple Financial Group (Toronto) zuzurechnen. An dieser ist unter anderem die börsennotierte National Bank of Canada beteiligt.

(dpa)
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