Foto: ddp
Im Ärztestreik an den deutschen Unikliniken wird es jetzt ernst. Ab Montag werden die Streiks ausgeweitet. Mit seiner Äußerung, es werde nur noch Not-Operationen geben, hat sich Frank Montgomery, der Vorsitzende des Marburger Bundes, nach Ansicht der Uniklinik Düsseldorf jedoch zu weit aus dem Fenster gelehnt. Denn auch darüber hinaus gelte eine Notdienstvereinbarung. Die wichtigsten Fragen, die Sie als Patient betreffen, haben wir hier für Sie zusammengestellt.
Foto: ddp
Was heißt, es werde "weniger Komfort" geben?
Die Uniklinik Düsseldorf als eines der betroffenen Häuser kann heute noch nicht absehen, wie der Krankenhausalltag unter der angekündigten Streikverstärkung leiden wird. Pressesprecherin Susanne Dopheide geht jedoch von "größeren Einschränkungen" aus. Bisher wurde nach einem Streiktag regulär gearbeitet. In der nächsten Woche soll ein Streiktag dem nächsten folgen.
Foto: ddp
Was ist eine Not-OP?
In Fällen, die keinen zeitlichen Aufschub dulden, ist eine Not-OP nötig. Unfallopfer und Herzinfarktpatienten werden zum Beispiel immer behandelt. Die Uniklinik-Ärzte sind während des Streiks allerdings auch darüber hinaus im Dienst. Mit den Gewerkschaften gibt es eine Notdienstvereinbarung, die einzelne Bereiche wie Intensivstationen, Kinderklinik, Notaufnahme, Dialyse und Kreißsaal vom Streik ausnimmt. Besetzt sind auch das Herzkatheterlabor, die Pathologie und das Zentrallabor.
Foto: ddp
Sind andere Kliniken jetzt überfüllt? Sind sie verpflichtet, mich anzunehmen?
Dass Patienten mit leichten Verletzungen eher andere Häuser aufsuchen, hat man in der Uniklinik Düsseldorf in den vergangenen Wochen bereits gespürt. Die Kaiserswerther Diakonie wird nach Auskunft ihres Sprechers "gut frequentiert" - ob auch Patienten wegen der Streiks in die Klinik kommen, sei unklar. Abgewiesen werde dort kein Patient.
Foto: ddp
Mit welchen Wartezeiten ist in Unikliniken zu rechnen?
Das ist noch nicht abzusehen. Allerdings ist die OP-Kapazität eingeschränkt. Die Notdienstvereinbarung sichert jedoch eine Mindestverfügbarkeit von OP-Plätzen.
Foto: Archiv
Lohnt sich eine OP im Ausland?
Operationen im Ausland sind möglich, wenn die Krankenkasse einen Vertrag mit einer Klinik im Nachbarland geschlossen hat. Nach Auskunft des Verbandes der Angestelltenkrankenkassen vdak sei eine OP im Ausland für jemanden aus der Grenzregion problemlos und schnell zu organisieren. In Einzelfällen können sie auch für andere genehmigt werden.
Foto: ddp
Wann streiken die anderen Ärzte?
Niedergelassene Ärzte haben sich mit einer Protestaktion in der vergangenen Woche gegen Bürokratie stark gemacht. Von Streiks dürften die Ärzte an Privatkliniken hingegen nichts halten: Sie sind durch geregelte Arbeitszeiten und attraktive Gehälter zufriedener als ihre Kollegen an den Unikliniken.
Foto: ddp
Wie kann sich der Streit zuspitzen?
Ein wochenlanger Streik trifft vor allem die Patienten. Michael Lentze, ärztliche Direktor der Unikliniken in Bonn, sagt, es sei eine enorme psychische Belastung, wenn Operationen über Monate aufgeschoben würden. Patienten beschwerten sich bereits, wendeten sich an die Ärztekammer. Lentze warte darauf, dass jemand wegen unterlassener Hilfeleistung vor Gericht ziehe.