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Frankfurt/Düsseldorf
Was der Streik für Lufthansa und Reisende bedeutet

Frankfurt/Düsseldorf. Der härteste Streik der Konzerngeschichte könnte der Deutschen Lufthansa ab heute bevorstehen, wenn in Frankfurt, München und Düsseldorf Flugbegleiter die Arbeit niederlegen. Wir erklären die Folgen. Heute Abend will der Vorstand erläutern, wie er auf den Streik reagieren will - also, ob es ein neues Angebot gibt, Konflikt Als Gewerkschaft der Stewards und Stewardessen wehrt sich die unabhängige Flugbegleiter-Organisation (Ufo) gegen Einschnitte in die sehr üppige Altersversorgung in ihrem Bereich. Von Reinhard Kowalewsky

Ufo ist seit 2002 Tarifpartner der Lufthansa für die Arbeitsbedingungen der Flugbegleiter. Lufthansa-Chef Carsten Spohr drängt dagegen auf weitere Einsparungen, damit die Airline gegen Billig-Airlines wie Ryanair und Fluggesellschaften aus den Golfstaaten wie Emirates wettbewerbsfähig bleiben kann. Er sagt, dass die Personalkosten bei Lufthansa doppelt so hoch sind wie bei vielen Wettbewerbern. Information Lufthansa informiert auf ihrer Internetseite darüber, welche Maschinen ausfallen und welche Ersatzverbindungen es gibt.

Haben Kunden bei Lufthansa ihre Handynummer hinterlegt, informiert die Airline sie auch per SMS. Dabei können Passagiere von Inlandsflügen häufig direkt online eine Bahnfahrtkarte als Ersatz erhalten. Dies ist insbesondere für Passagiere interessant, die ab Frankfurt weiterfliegen wollen. Ihre Fahrtzeit per Zug zum Frankfurter Zentralflughafen von Lufthansa beträgt nur eine Stunde per ICE. Verspätung Wer wegen des Streiks auf dem Flughafen strandet, muss von Lufthansa betreut werden.

Das können Betroffene gemäß der EU-Richtlinie 261/2004 erwarten: Ab zwei Stunden Verspätung haben sie Anspruch auf Leistungen wie Getränke, Essen und gegebenenfalls eine Übernachtung im Hotel. Die zweistündige Wartezeit gilt für Flüge von bis zu 1500 Kilometern. Bei einer Strecke von 1500 bis 3500 Kilometern gibt es nach drei Stunden Unterstützung, ab 3500 Kilometern Strecke nach vier Stunden. Ab einer Wartezeit von fünf Stunden können Passagiere vom Beförderungsvertrag zurücktreten und eine Erstattung des Flugpreises verlangen.

Entschädigung Im Prinzip haben Passagiere Recht auf Schadenersatz, wenn ein Flug ganz ausfällt oder mehr als drei Stunden Verspätung hat. Das sagt das EU-Recht, aber dies gilt nur, wenn keine "außergewöhnlichen Umstände" vorliegen. Laut Bundesgerichtshof zählt aber ein Streik zu diesen außergewöhnlichen Umständen - Lufthansa muss also an sich keinen Schadenersatz zahlen. Allerdings muss die Fluglinie alle zumutbaren Maßnahmen treffen, um die Auswirkungen des Streiks zu vermeiden.

Das sagt Ronald Schmid, Professor für Luftverkehrsrecht in Dresden. Schmid wörtlich: "Die Airline muss sogar eine Umbuchung zu einem anderen Veranstalter vornehmen, wenn es möglich ist". Verschiebt sich der Flug auf den nächsten Tag, muss das Unternehmen die Übernachtung im Hotel übernehmen. Nur wenn es bei einer Klage nachweisen könne, dass es alles versucht habe, um dem Passagier zu helfen, ist sie nicht zu Schadenersatz verpflichtet.

Pünktlichkeit Wird ein Flug nicht abgesagt, müssen Passagiere pünktlich sein. Oft hilft ja eine Ersatzmaschine einer anderen Airline.

Quelle: RP
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