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Wiesbaden
Weitere Bundesländer prüfen Klagen gegen Volkswagen

Wiesbaden. Auch Hessen und Baden-Württemberg prüfen angesichts des starken Wertverlusts der VW-Aktie wegen des Abgas-Skandals rechtliche Schritte gegen den Autobauer. Am Dienstag hatte bereits Bayern als erstes Bundesland eine Schadenersatzklage gegen Volkswagen angekündigt. Ob Hessen diesem Beispiel folgen wird, werde noch geprüft, hieß es aus dem Finanzministerium in Wiesbaden. Grund sind Verluste in der sogenannten Versorgungsrücklage des Landes durch den Verkauf von VW-Aktien in Höhe von rund 3,9 Millionen Euro.

Die Aktien seien Teil des Anlagepakets für die Versorgungsrücklage des Landes gewesen, berichtete das Finanzministerium. Mit der Verwaltung sei die Deutsche Bundesbank betraut. Diese habe nach Bekanntwerden der Manipulationsvorwürfe die Aktien unverzüglich verkauft. Gegen VW gibt es bereits viele Anlegerklagen aus dem In- und Ausland. In anderen Bundesländern und beim Bund gibt es derzeit keine entsprechenden Überlegungen. NRW ist nach Informationen unserer Redaktion nicht betroffen.

Wie bei den anderen klagenden VW-Aktionären geht Bayern davon aus, dass VW zu spät über die Risiken des Abgas-Skandals informiert hat. Der Konzern hatte das als unbegründet zurückgewiesen und betont, man habe alle Mitteilungspflichten ordnungsgemäß erfüllt. Zu der Ankündigung Bayerns wollte der Konzern sich nicht äußern.

Auch Baden-Württemberg prüft eine Klage gegen VW. Das Land hielt bei Bekanntwerden der Diesel-Affäre rund 64.600 Aktien des Autobauers. Aussagen über die Höhe des möglichen Schadens seien noch nicht möglich. Bayern hielt in einem milliardenschweren Fonds im September 2015 rund 58.000 VW-Vorzugsaktien.

(dpa/frin)
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