20.000 Menschen fielen aus Statistik: Weniger Arbeitslose durch andere Zählweise
zuletzt aktualisiert: 28.05.2009 - 14:42Nürnberg (RPO). Für die sinkende Arbeitslosenzahl im Mai ist auch eine geänderte Zählweise der Bundesagentur für Arbeit (BA) verantwortlich. Wenige Monate vor der Bundestagswahl hat sie die Arbeitslosenstatistik geändert. Seit Mai werden diejenigen Arbeitssuchenden nicht mehr als Arbeitslose ausgewiesen, die von sogenannten Dritten wie Bildungsträgern betreut werden, so die Behörde. Im Mai waren dies 15.000 bis 20.000 Menschen.
Damit waren im Vergleich zum Vorjahr nicht wie von der BA gemeldet 175.000 Menschen zusätzlich ohne Job, sondern unter dem Strich fast 200.000. Die Änderung sei Teil eines im Dezember verabschiedeten Gesetzes, das die "Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung" von Arbeitssuchenden neu definiert, erklärte Silke Delfs, Leiterin der Arbeitsmarktberichterstattung bei der BA.
Wer von der Arbeitsagentur oder vom Jobcenter zu einem Bildungsträger geschickt werde, erhalte dort eine intensivere Betreuung inklusive einer Qualifizierungsmaßnahme, erklärte Huth. Damit stünde er dem Arbeitsmarkt nicht mehr unmittelbar zur Verfügung und müsse aus der offiziellen Zahl herausgerechnet werden.
Insgesamt 5,8 Millionen Arbeitssuchende
Insgesamt gab es in Deutschland im Mai 5,8 Millionen Arbeitssuchende, davon 3,458 Millionen Arbeitslose und etwa 1,63 Millionen Menschen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen.
BA-Chef Frank-Jürgen Weise bezeichnete die Statistikänderung am Donnerstag als "richtige Korrektur" im Sinne einer strengen Auslegung der gesetzlichen Definition von "arbeitslos". Deutschland lege im europäischen Vergleich hier noch immer den strengsten Maßstab an. Würden beispielsweise die Niederlande nach deutschem Modell rechnen, gäbe es dort doppelt so viele Arbeitslose. In Großbritannien wären es rund 40 Prozent mehr, erklärte BA-Vorstand Heinrich Alt.
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