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Tarifeinigung im Öffentlichen Dienst
Wie Verdi verbal abrüstete

Tarifeinigung im Öffentlichen Dienst: Wie Verdi verbal abrüstete
FOTO: dpa, rhi htf
Meinung | Düsseldorf. Der Tarifstreit ist beendet: Für die rund 800.000 Angestellten der Länder gibt deutlich mehr Geld - wenn auch erst in zwei Schritten. Verdi war mit viel Schwung in die Verhandlungen gegangen und hat entsprechende Erwartungen geweckt. Die wurden nicht in Gänze erfüllt. Von Maximilian Plück

Die Erwartungen der 200.000 angestellten Lehrer, davon 40.000 allein in NRW, waren hoch. Vor den Verhandlungen hatten alle Gewerkschaften sich betont solidarisch auf ihre Seite gestellt. Nach langwierigen Vorbereitungen sollte es endlich etwas werden mit der Eingruppierung analog zu den beamteten Kollegen. Entsprechend angriffslustig trat die GEW auf. Doch während der Verhandlungen kam es zu einem immer stärkeren verbalen Abrüsten. Am Ende sprach Verdi-Chef Bsirske allenfalls noch von einem "Einstieg in das Thema".

Der Grund: Es gab in dieser Runde zu viele Baustellen: Übernahme der Azubis, Eindämmung befristeter Arbeitsverhältnisse, ein Sockelbetrag für die unteren Einkommensgruppen sowie die Kämpfe um die betriebliche Zusatzversorgung. Es ist unverantwortlich, erst mit markigen Solidaritätsbekundungen die Erwartungen bei den Betroffenen zu wecken, um sich dann mit Blick auf das eigene Wohl wieder aus der Verantwortung zu stehlen. Das ist höchst unzuverlässig. Der Image-Schaden, den Verdi, aber auch die GEW erzeugt haben, ist gewaltig.

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