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Brüssel
Wieder zehn Milliarden für Athen

Brüssel. Die Euro-Finanzminister haben sich auf Hilfen für Griechenland verständigt.

Die Eurogruppe und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben sich nach monatelangem Tauziehen auf ein gemeinsames Vorgehen zur finanziellen Unterstützung Griechenlands verständigt. Die wichtigsten Eckpunkte des Pakets im Überblick:

Auszahlung Griechenland soll aus dem Euro-Rettungsschirm ESM rund 10,3 Milliarden Euro erhalten. Das ist die Belohnung für umfangreiche Spar- und Reformpakete, zu denen Rentenkürzungen und Steuererhöhungen gehören. 7,5 Milliarden Euro sollen schon im kommenden Monat fließen. Es müssen von Athen allerdings noch Bedingungen erfüllt werden. Auch nationale Parlamente, zum Beispiel der Bundestag, müssen zuvor noch zustimmen.

IWF Der Weltwährungsfonds signalisierte erstmals konkrete Bereitschaft, sich an weiteren Griechenland-Finanzhilfen zu beteiligen. Das IWF-Management will seinem Leitungsgremium vorschlagen, bis Ende des Jahres weitere Mittel für die Unterstützung des griechischen Reformprozesses bereitzustellen. Deutschland und andere Länder hatten darauf gedrungen, dass der Fonds an Bord bleibt.

Schuldenerleichterungen Die Eurogruppe hat sich auf einen Zeitplan verständigt, um das Schuldenproblem anzugehen. Kurzfristig soll das Schuldenmanagement verbessert werden, um Kosten für die Hilfskredite zu sparen. Maßnahmen im großen Stil soll es erst geben, wenn das Rettungsprogramm 2018 erfolgreich abgeschlossen ist. Es können beispielsweise - bisher noch blockierte - milliardenschwere Gewinne der Europäischen Zentralbank (EZB) und der nationalen Notenbanken aus griechischen Staatsanleihen eingesetzt werden.

Mit ungenutzten Geldern aus dem Hilfsprogramm in Höhe von etwa 20 Milliarden Euro sollen vergleichsweise teure Griechenland-Kredite vorzeitig abgelöst werden, wodurch Zinskosten gespart werden könnten. Das Programm hat einen Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro. Da für die Bankenrettung weniger Geld gebraucht wird als geplant, gibt es erheblichen Spielraum.

Marktreaktionen Die Zinsen für griechische Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit sanken auf knapp über sieben Prozent und damit den niedrigsten Stand seit sechs Monaten. Der Deutsche Aktien-Index kletterte nach der Bekanntgabe der Einigung bis zum Nachmittag um rund 1,4 Prozent auf knapp 10.200 Punkte.

(dpa)
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