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Kretschmann in Paris
Aus für AKW Fessenheim steht fest - Termin weiter unklar

Winfried Kretschmann in Paris: Aus für AKW Fessenheim beschlossen - Termin unklar
Das Atomkraftwerk Fessenheim (Archivfoto). FOTO: dpa, pse hpl bwe
Paris . Das umstrittene französische Atomkraftwerk Fessenheim im Elsass soll endgültig abgeschaltet werden. Das sagte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Donnerstag in Paris.

Für den Ausstieg gebe es aber noch keinen festen Termin, sagte Kretschmann nach einem Treffen mit der französischen Umweltministerin Ségolène Royal. "Jedenfalls ist klar, dieses Atomkraftwerk wird stillgelegt", resümierte Kretschmann. Fessenheim liegt am Rhein an der Grenze zu Baden-Württemberg. Über die Sicherheit des ältesten noch laufenden Atomkraftwerks Frankreichs gibt es seit langem Streit.

Zuletzt war für die Schließung 2018 als Termin im Gespräch. Kretschmann sagte, die Terminfrage sei "nicht ganz unkompliziert". Diese hänge auch damit zusammen, wann der neue Europäische Druckwasserreaktor (EPR) in Flamanville am Ärmelkanal ans Netz gehe.

Sarkozy wehrt sich gegen AKW-Aus

Ebenso wurde mit der Sozialistin Royal auch über die Möglichkeiten bei einem Machtwechsel in Paris nach den Präsidentschaftswahlen 2017 diskutiert, sagte Umweltminister Franz Untersteller (Grüne). So wehrt sich der konservative Präsidentschaftsanwärter Nicolas Sarkozy vehement dagegen, Fessenheim zu schließen.

Royal habe gesagt, falls es zu Entschädigungszahlungen kommen werde, dürfte es schwierig sein, diese wieder rückgängig zu machen. Nach früheren Medienberichten soll der Energieversorger EDF mindestens 400 Millionen Euro Entschädigung kassieren.

Die Umweltorganisation Greenpeace teilte mit, in 55 Prozent aller französischen Atomreaktoren drohe ein massiver Störfall — verursacht durch fehlerhafte Bauteile aus der Stahlschmiede Creusot Forge. Das gelte auch für die Reaktoren in Fessenheim und Cattenom unweit der deutschen Grenze.

Der französische Atomkonzern Areva hatte Unregelmäßigkeiten in Unterlagen zu Hunderten Bauteilen entdeckt, die zum Teil in Atomkraftwerken verbaut sind. Dabei geht es um Dokumente zu etwa 400 Teilen, die seit 1965 im Schmiedewerk Creusot Forge hergestellt wurden.

Fessenheim ist das älteste Atomkraftwerk Frankreichs. Es liegt direkt am Rhein an der Grenze zu Baden-Württemberg. Beim Stresstest für Atomanlagen 2012 sahen Fachleute unter anderem Mängel bei der Prüfung von Erdbeben- und Flutgefahren. Ein Gutachten stufte Fessenheim als "sicherheitstechnisch unzureichende Anlage" ein.

(sb/dpa)
 
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