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Wettbewerb: Die Preisträger (2/20)
4JET Technologies hat sich neu erfunden

Düsseldorf . Durch den Einbruch der Solarbranche stand der Lasertechnik-Spezialist aus Alsdorf vor einer großen Herausforderung. Mittlerweile hat sich das Unternehmen auf die Bearbeitung von Oberflächen von Smartphones und Tablets spezialisiert. Von Saskia Nothofer

Im Jahr 2011 rutschte die deutsche Solarbranche in eine tiefe Krise. Da die Regierung die Einspeisevergütung für Sonnenstrom um 15 Prozent senkte, standen einige Solaranlagen-Betreiber vor dem Zusammenbruch. Unternehmen wie Solon, Q-Cells oder Solarworld meldeten Insolvenz an beziehungsweise kämpfen bis heute ums Überleben. Und die Konkurrenz ist groß: Inzwischen dominiert China den Markt und beliefert etwa die Hälfte des Weltmarktes mit seinen Billiganlagen.

Auch 4JET Technologies aus Alsdorf bei Aachen wurde von der Krise getroffen. 2006 gegründet, machten Lasermaschinen für die Solarzellenherstellung bis 2011 - nach fünf Jahren starken Wachstums - rund 80 Prozent des Umsatzes aus. Da Folgeaufträge durch den Einbruch der Solarindustrie fast vollständig ausblieben, stürzte der Anteil in den Folgejahren auf unter zehn Prozent des Gesamtumsatzes.

Der Maschinenbauer stand so vor der Herausforderung, das eigene Geschäft neu zu erfinden. Es gelang, Technologien aus der Solarindustrie - wie das Bohren von Glas - in andere Anwendungen zu übernehmen. Mittlerweile ist 4JET Technologies darauf spezialisiert, Laseranlagen zur Bearbeitung von technischen Oberflächen, wie sie in Smartphones und Tablet-PCs verwendet werden, zu entwickeln. Dafür wählte die Jury sie zu den Preisträgern des Wettbewerbs "NRW-Wirtschaft im Wandel".

Innovation steht an erster Stelle: "4JET ist Anwendungspionier. Wir entwickeln vielfach neue Lösungen für alte Probleme, so zum Beispiel bei der Produktion von Bauteilen für Automatikgetriebe", sagt Geschäftsführer Jörg Jetter. Um Produktionsrückstände zu entfernen, müssten diese vor dem Verschweißen gereinigt werden. "Was bisher mit umweltschädlichen Lösungsmitteln durchgeführt wird, erledigen unsere Laseranlagen schneller, sauberer und wirtschaftlicher."

Neben Glas und anderen Oberflächen werden auch Reifen von 4JET-Lasern bearbeitet. Sie erhalten durch den Laser eine QR-Code-Kennzeichnung, mit deren Hilfe per Smartphone-App der gesamte Lebenszyklus des Produktes weltweit zurückverfolgt werden kann.

Durch seine Fokussierung auf neue Märkte konnte das Unternehmen die Rückgänge nicht nur kompensieren, sondern es gelang ihm, 30 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Heute hat es insgesamt 85 Mitarbeiter. Seit der Gründung wuchs das Unternehmen im Jahresmittel mit über 20 Prozent und erlebt seit der Umstellung der Marktfokussierung einen zusätzlichen Wachstumsschub mit einem Umsatzzuwachs von etwa 25 Prozent auf rund 14 Millionen Euro im Jahr 2014.

Nicht nur 4JET selbst, auch lokale Zulieferanten profitieren vom Geschäftszuwachs. Mechanische Fertigungsteile und Dienstleistungen werden zu 80 Prozent im Umkreis von 100 Kilometern beschafft. Indirekt beschäftigt 4JET damit nach eigenen Angaben über 50 weitere Menschen in der Region.

Quelle: RP
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