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Wettbewerb
Land im Aufbruch

Wettbewerb: Land im Aufbruch
FOTO: RP, Radowski
Düsseldorf. Als am 18. Dezember 2015 in Marl die Zeche Auguste Victoria schloss, begann parallel einige Kilometer entfernt der Umzug des Energiekonzerns Eon. Das Unternehmen spaltet sich auf, richtet sich neu aus, versucht ein Stück weit, sich neu zu erfinden. Von Florian Rinke

Ob dieser Weg am Ende Erfolg hat, ist ebenso wenig absehbar wie beim Konkurrenten RWE oder den vielen anderen Unternehmen, deren Geschichten man nicht täglich in der Rheinischen Post verfolgen kann. Die Welt ändert sich rasant, das bekommt auch die Wirtschaft in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland zu spüren. Das Land von Kohle und Stahl - das zeigt der 18. Dezember sehr deutlich - muss sich neu erfinden. Und es erfindet sich neu. Denn kämpft NRW noch immer mit vielen Problemen - die hohe Arbeitslosigkeit und die Folgen der Energiewende, die den Standort stark treffen, sind nur zwei Beispiele.

Andererseits ist NRW bereits jetzt oft besser als sein Ruf. Das hat die erste Auflage des Wettbewerbs "NRW - Wirtschaft im Wandel" im vergangenen Jahr gezeigt. 20 Unternehmen wurden dabei am Ende ausgezeichnet, weil ihre Geschichte beispielhaft für den Transformationsprozess steht, den das gesamte Land durchlaufen muss. Es sind Geschichten, die Mut machen: Da ist ein Unternehmen wie Vorwerk, das als Teppichfabrik in Wuppertal anfing und inzwischen mit Hightech-Geräten wie dem Thermomix die Weltmärkte erobert. Da gibt es Generationswechsel wie beim Haushaltswarenhersteller Wenko, die einhergehen mit einer Neuausrichtung des Geschäfts: Um im Internet auffindbar zu werden, muss das Unternehmen, das bislang dem Kunden nahezu unbekannt seine Produkte über den Einzelhandel verkaufte, nun selbst zur Marke werden.

FOTO: RP

Vom Handwerker über den Mittelständler bis zum Großkonzern - überall in NRW gibt es Unternehmen, die durch die Globalisierung und Digitalisierung verstärkten Wettbewerb als Chance sehen - und sie ergreifen. Mit der Fortführung des Wettbewerbs wollen die Initiative "Deutschland - Land der Ideen" und die Rheinische Post gemeinsam mit der Deutschen Bank und PricewaterhouseCoopers erneut die vielfältigen Facetten des anhaltenden Strukturwandels sichtbar machen und den zahlreichen kreativen und innovativen Unternehmen eine Bühne bereiten.

Schirmherr ist erneut NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD), der sagt: "Wenn wir die Stärke unseres Standortes erhalten und ausbauen wollen, müssen wir die Unternehmen unseres Mittelstands mitnehmen in die digitale Zukunft - und der Wettbewerb soll dazu einen Beitrag leisten."

Gesucht werden also wieder die Mutigen, die Kreativen, all die leidenschaftlichen Unternehmer und innovativen Betriebe, die sich den Herausforderungen stellen und ihr Unternehmen durch einen Transformationsprozess für die Zukunft fit machen. Bis zum 10. April 2016 können sich Unternehmen bewerben. Aus allen Bewerbungen werden 40 nach fest definierten Kriterien ausgewählt, aus denen anschließend eine Experten-Jury die 20 besten Unternehmen herausfiltert, die Vorbild sind für die wirtschaftliche Entwicklung von NRW. Die Gewinner werden von NRW-Minister Duin bei einer Preisverleihung ausgezeichnet und im Rahmen einer Serie in der Rheinischen Post und im Internet bei RP Online vorgestellt.

Quelle: RP
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