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Kolumne: Die Ökonomin
Schaden die Trumponomics den USA?

Düsseldorf. Donald Trump verspricht Steuersenkungen, "Fair Trade" und "America first". Hört sich an wie FDP, wäre in Wahrheit aber ein Programm zur Vernichtung von Millionen Arbeitsplätzen.

Als Donald Trump sich 2015 als Präsidentschaftskandidat abzeichnete, ließ die britische Wirtschaftszeitung "The Economist" auf dem Cover eine blonde Haartolle übers Weiße Haus schweben und titelte: "Washington, wir haben ein Problem". Einige wirtschaftspolitische Reden weiter zeigt sich: ein ziemlich großes.

Trump will Steuern senken: Bei der Einkommensteuer soll es nur noch drei Sätze geben - 12, 25 und 33 Prozent. Unternehmen sollen statt 35 nur noch 15 Prozent zahlen. Damit will Trump Wachstum schaffen. Tatsächlich würde er das Land in eine Rezession stürzen. Schließlich sind die USA mit einem Spitzensteuersatz von 39 Prozent, geringen Sozialabgaben und Energiekosten bereits ein attraktiver Standort. Wer jetzt die Steuern halbiert, macht nur den Staat handlungsunfähig.

Trump will abgewanderte US-Firmen heimholen, Verbraucher zwingen, mehr US-Produkte zu kaufen. "America first" und "China is killing us" lauten seine Schlachtrufe. Doch so funktioniert internationaler Handel nicht. Wenn Trump chinesischen Herstellern den US-Markt versperrt, dürfte Peking im Gegenzug Boeing Aufträge streichen und Apple die wichtigen Zulieferungen.

Trump will Handelsabkommen wie Nafta und TTIP blockieren. Es soll Strafzölle auf ausländische Produkte geben. "Fair trade" nennt Trump das. Das verleugnet nicht nur die liberalen Wurzeln seiner Partei, sondern würde die Exportmacht USA schädigen. Handelskriege haben jede Nation ärmer gemacht.

Trump will elf Millionen Migranten zurückschicken. Dass viele von ihnen die (Dienstleistungs-)Jobs machen, die kein Amerikaner mehr will, und wesentlich zur Wertschöpfung beitragen, verschweigt er.

Des Sozialismus unverdächtige Institutionen haben nachgerechnet: Kommt Trump, gehen in den USA 3,5 Millionen (Ratingagentur Moodys) bis 4,8 Millionen Jobs (Denkfabrik Peterson Institute für Internationale Economics) verloren.

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Quelle: RP
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