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Berlin
Woran Flüchtlinge bei der Jobsuche scheitern

Berlin. Die Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt ist nach Angaben des "Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung" immer noch ein Problem: Nur acht Prozent der Flüchtlinge fänden im ersten Jahr nach ihrem Zuzug einen Job.

Um Lösungsansätze zu bieten, hat das Institut zehn lokale Initiativen aus dem gesamten Bundesgebiet, die sich als Schnittstelle zwischen Behörden und Unternehmen um die Vermittlung von Flüchtlingen kümmern, zu ihren Erfahrungen befragt. "Sie sehen sich einem Dilemma ausgesetzt: Sie brauchen einen langen Atem, dürfen aber auch keine Zeit verlieren, da die Motivation der Asylbewerber anfangs immer besonders hoch ist", sagte Studienleiter Stephan Sievert .

Häufig werden sie aber mit Problemen wie Sprachbarrieren, fehlenden Zeugnissen oder rechtlichen Bedenken der Firmen konfrontiert. Zudem mangele es vielen Zugezogenen am entsprechenden Bildungsstand - rund 62 Prozent können keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen.

Daher brauche es zukünftig mehr als reine Vermittlungsarbeit, sagte Sievert. Es müssten parallele Angebote geschaffen, Sprachunterricht immer auch mit ersten praktischen Erfahrungen verknüpft werden. "Die Sinnhaftigkeit von Sprachkursen wird so viel eher akzeptiert", gab Sievers an. Zudem sollten die Initiativen gegenüber den Unternehmen als Bürgen der Flüchtlinge eintreten und so dabei helfen, personelle und kulturelle Hürden zu überwinden. Aber auch nach erfolgreicher Vermittlung sei die weitere Betreuung notwendig: "Viele Probleme und Herausforderungen stellen sich erst im Arbeitsalltag ein", erklärte Sievert.

(p-m)
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