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Düsseldorf
WWF: NRW verbrennt mehr Braunkohle als die gesamte USA

Düsseldorf. Klimapläne der schwarz-gelben Landesregierung weisen einer Studie zufolge in die völlig falsche Richtung. Von Kirsten Bialdiga

Die Pläne der schwarz-gelben Landesregierung machen es deutlich unwahrscheinlicher, dass Deutschland seine Klimaschutzziele erreicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Berliner Beratungsfirma Arepo im Auftrag der Umweltschutzorganisation World Wildlife Fund (WWF). Die Forscher untersuchten, wie sich die Ankündigungen von CDU und FDP im NRW-Koalitionsvertrag voraussichtlich auf den nationalen Klimaschutz auswirken. Das Fazit lautet: "Insgesamt strebt die schwarz-gelbe Koalition keinen Beitrag zur Erreichung der Bundesziele an, obwohl NRW für fast ein Drittel der bundesdeutschen Emissionen verantwortlich ist." Und weiter: "Mit ihrem Bekenntnis zur Braunkohle zementiert die aktuelle Landesregierung die sich abzeichnende bundesweite Zielverfehlung aufgrund der Braunkohlenutzung." Damit falle die Realisierung des Klimaschutzes entweder anderen Bundesländern zu, die dadurch höhere Beiträge leisten müssten. Oder aber die Bundesregierung müsse beim Klimaschutz härter durchgreifen. Die Landesregierung wollte sich dazu gestern nicht äußern.

Ähnlich wie im globalen Kontext zeichnet sich damit nun sogar auf nationaler Ebene ab, dass die Verantwortung für den Klimaschutz möglichst an andere delegiert wird. So sollen laut NRW-Koalitionsvertrag Braunkohleabbau und -nutzung auf dem genehmigten Niveau fortgesetzt werden. Dabei sind der Arepo-Studie zufolge ähnliche leicht und schnell zu erschließende Klimaschutzpotenziale wie durch die Braunkohle in Deutschland sonst kaum zu finden.

"Um die gesetzlich festgelegten NRW-Klimaziele zu erreichen, sind Anstrengungen nötig, die über die von der alten Landesregierung bereits beschlossenen Maßnahmen hinausgehen", sagte Michael Schäfer, Leiter Energiepolitik und Klimaschutz beim WWF. "Dabei verbrennt NRW allein schon heute mehr Braunkohle als die gesamten USA", sagte Schäfer.

Ohnehin wird Deutschland laut Bundesregierung 2017 seine Klimaschutzziele bis 2020 unterlaufen. Die Schere zwischen Soll und Ist wird durch die NRW-Klimapolitik den Forschern zufolge bis 2030 aber weiter auseinander gehen. Das Emissionsziel bis 2030 würde demnach um 14 Prozentpunkte verfehlt. Dazu trage neben der Braunkohle auch entscheidend bei, dass die Windkraft in NRW eingeschränkt und Flugverkehr gefördert werden sollen. In der Folge werde der Windausbau in NRW zum Erliegen kommen, schreiben die Forscher. In der aktuellen bundesweiten Ausschreibungsrunde sei ein Viertel der Gebote aus NRW gekommen. Dies verdeutliche die Dimension.

Quelle: RP
 
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