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Washington
Zorn in the USA

Video: VW gerät nach US-Klage noch stärker unter Druck
Washington. Die US-Regierung hat im Abgasskandal Klage gegen Volkswagen eingereicht. Dem Konzern werden der Einsatz von Betrugssoftware und Verstöße gegen das Klimaschutzgesetz vorgeworfen, wie das Justizministerium gestern mitteilte. VW drohen Strafen in Milliardenhöhe. Der Konzern hatte den Einsatz von Manipulations-Software bereits im September eingeräumt. In etlichen Ländern laufen Ermittlungen und Verfahren.

Die in Detroit eingereichte Klage richte sich neben VW auch gegen die betroffenen Konzerntöchter Audi und Porsche. Die Hersteller hätten in fast 600.000 Dieselfahrzeugen eine illegale Software ("Defeat Device") eingesetzt, um bei Emissionstests zu betrügen. Die USA würden alle geeigneten Rechtsmittel gegen VW ausschöpfen, kündigte das Justizministerium an.

Ein VW-Sprecher sagte gestern: "Wir kennen die Klageschrift noch nicht im Detail und werden sie nun zunächst prüfen." Man sei aber in einem ständigen Austausch mit den Behörden. In den Vereinigten Staaten hatte der Skandal um geschönte Test-Messwerte von Stickoxid-Abgasen begonnen. Volkswagen bereitet dort einen Rückruf von Fahrzeugen mit manipulierter Motor-Software vor. Bislang haben sich die Wolfsburger mit den US-Umweltbehörden auch noch nicht auf einen Plan dazu einigen können. In Deutschland startet die Rückrufaktion in diesem Jahr.

Wegen der falschen Abgaswerte bahnen sich auch in Deutschland teure Zivilklagen enttäuschter Autofahrer und VW-Aktionäre an. Anders als in den USA gibt es hierzulande jedoch kein Sammelklage-Verfahren: Jeder Autofahrer, der glaubt, einen Schaden erlitten zu haben, muss diesen dokumentieren, beweisen und selbst geltend machen.

Trotz sinkender Verkaufszahlen wegen des Diesel-Abgasskandals hat Volkswagen die Rabatte auf Neuwagen jedoch offenbar nicht hochgefahren. "Die ganz großen Rabattaktionen auf die Krise sind ausgeblieben", stellte das CAR-Center Automotive Research in einer gestern veröffentlichten Auswertung fest.

(dpa)
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