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Berlin
Zu wenige Physiotherapeuten in Nordrhein-Westfalen

Berlin. Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Heilmittel sind im vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Allein in den ersten drei Quartalen 2015 betrug der Aufwuchs 7,4 Prozent, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag hervorgeht, die unserer Redaktion vorliegt.

Schon seit Jahren steigen die Ausgaben für Physio- und für Ergotherapie sowie Sprachtherapie und Podologie (Fußpflege) überproportional zu den anderen Kosten im Gesundheitswesen an. Zwischen 2010 und 2014 lag die Kostensteigerung bei 23,4 Prozent, was einem Finanzvolumen von 4,61 Milliarden Euro im Jahr 2010 und einem Betrag von 5,69 Milliarden Euro 2014 entsprach.

NRW ist nur unterdurchschnittlich mit Physiotherapeuten ausgestattet. Pro 100.000 Einwohner gibt es gegenwärtig hierzulande rund 46 Physiotherapeuten. In den meisten anderen Bundesländern liegt die Dichte zwischen 60 oder 70 Physiotherapeuten pro 100.000 Einwohner. In Hessen liegt die Zahl bei 58, in Rheinland-Pfalz sogar bei mehr als 70.

Besonders häufig benötigen die Versicherten in den ersten 15 Lebensjahren und im letzten Lebensdrittel die therapeutischen Hilfen oder Fußpflege. Die Grünen halten den überproportionalen Kostenanstieg bei den Heilmitteln für richtig und sehen darin einen Nutzen für die Finanzlage der Krankenkassen insgesamt. "Therapeutische Berufe spielen eine große Rolle bei der Versorgung einer alternden Gesellschaft, gerade im Bereich Prävention und Kostenvermeidung", sagte die pflegepolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Elisabeth Scharfenberg.

(qua)
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