Lufthansa im Auftrieb: Zuversicht für zweite Jahreshälfte
zuletzt aktualisiert: 28.07.2010 - 20:42Frankfurt (RPO). Nach den Turbulenzen der Krise gibt die Erholung im Passagier- und Frachtgeschäft der Lufthansa Auftrieb. Nach einem geringer als erwartet ausgefallenen Verlust im ersten Halbjahr blickt die größte deutsche Fluggesellschaft nun zuversichtlicher auf die zweite Jahreshälfte. Der operative Gewinn werde 2010 "im Rahmen der aktuellen Markterwartungen" liegen, teilte die Lufthansa am Mittwochabend mit.
Analysten erwarten knapp 400 Millionen Euro - deutlich mehr als die zuletzt von Lufthansa prognostizierten 130 Millionen Euro. Auf dem Frankfurter Börsenparkett baute die Aktie daraufhin ihre Tagesgewinne weiter aus und notierte 2,4 Prozent höher.
Neben dem im vergangenen Jahr von der Wirtschaftskrise noch schwer gebeutelten Frachtgeschäft läuft bei der Lufthansa vor allem wieder das Passagiergeschäft auf der Langstrecke. Zwar drückten die Luftraumsperrung durch die Aschewolke, der Pilotenstreik und die Verluste der Töchter Austrian und British Midland auf die Zahlen. Allein die rund sechstätige Luftraumsperrung durch den Vulkanausbruch in Island im April hatte den Konzern 200 Millionen Euro gekostet. Dennoch fiel der Verlust im ersten Halbjahr mit 104 Millionen Euro deutlich geringer aus als von Analysten erwartet. Noch im Vorjahr hatte die schwindende Reiselust vieler Geschäftsreisender voll auf die Zahlen durchgeschlagen und zu einem Verlust von 178 Millionen Euro geführt.
Der Umsatz legte nun zu auf 12,6 von 10,2 Milliarden Euro bei einem operativen Verlust von 171 Millionen Euro in der ersten Jahreshälfte.
Branche übt sich in Zuversicht
Lufthansa ist mit der zuversichtlicheren Einschätzung der kommenden Monate nicht allein in der Airline-Branche. Auch der Weltluftfahrtverband IATA hatte sich nach einem weltweiten Passagierplus von knapp zwölf Prozent für Juni optimistisch geäußert. "Die Zuversicht in der Branche bleibt hoch und es gibt keine Anzeichen dafür, dass die wirtschaftliche Erholung in naher Zukunft stocken könnte", sagte IATA-Direktor Giovanni Bisignani. Der größte europäische Lufthansa-Konkurrent Air France-KLM hatte im vergangenen Quartal ebenfalls vom Aufschwung im Passagier- und Frachtgeschäft profitiert.
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