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Düsseldorf
Zwangsabgabe verteuert iPhone

Düsseldorf. Seit 1. Januar ist eine Abgabe für Privatkopien von Musik, Bildern und Texten fällig. Von Florian Rinke

Immer wieder gibt es Gerüchte, dass Apple schon bald ein "Billig-iPhone" vorstellen könnte, eine günstigere Variante seines Smartphones. Bislang sind es vor allem Gerüchte, klar ist jedoch bereits: In Deutschland dürfte das Gerät teurer werden als anderswo. Schuld ist eine Urheberabgabe, die hier für Hersteller von Smartphones und Tablets seit dem 1. Januar gilt. Damit werden private Kopien von Liedern, Bildern und Texten abgegolten, die sich Nutzer auf ihre Geräte laden. Verwertungsgesellschaften wie die für Musik zuständige Gema hatten auf eine solche Lösung seit Langem gedrängt. Im Dezember wurde man sich schließlich mit der Industrie einig: Pro Smartphone werden fünf Euro fällig, für jedes Tablet sieben Euro. Unternehmen, die nicht Mitglied im IT-Branchenverband Bitkom sind, zahlen 6,25 Euro respektive 8,75 Euro.

Bitkom hatte den Kompromiss ausgehandelt, hätte sich aber eine andere Lösung gewünscht. "Das Modell der urheberrechtlichen Abgaben wurde vor fünfzig Jahren erdacht und wird den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht", hatte Geschäftsführer Bernhard Rohleder kritisiert. Zwar gibt es Privatkopien seit jeher - früher kopierten die Leute ihre Platten auf Kassetten, heute ihre MP3s auf USB-Sticks. Doch gleichzeitig werden inzwischen immer mehr Inhalte aus dem Netz gestreamt, also kurzfristig abgerufen. Damit gibt es keinen physischen Besitz mehr.

An der Haltung der Verwertungsgesellschaften ändert das zunächst nichts, immerhin wird die Abgabe bereits für Speichermedien wie USB-Sticks oder auch Computer fällig. Nun wurde sie auf die neuen technischen Geräte ausgeweitet. Die Einnahmen werden an Künstler und Urheber weitergereicht. Während Hersteller wie Huawei die zusätzlichen Kosten nicht an die Kunden weitergeben, wurden bei Apple die Preise entsprechend erhöht.

Das ist zwar ungewöhnlich, aber folgerichtig - insbesondere jetzt, wo es Gerüchte gibt, dass der Absatz von iPhones seinen Höhepunkt überschritten haben könnte. Apple versucht daher angeblich, seine Modellpalette weiter auszubauen. Im April könnte ein neues iPhone auf den Markt kommen - mit kleinerem Bildschirm und besserem Akku. Der Preis soll umgerechnet zwischen 370 und 460 Euro liegen. Deutsche Käufer müssten wohl fünf Euro drauflegen.

Quelle: RP
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