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Düsseldorf
Zweifel an Sicherheit für Westspiel-Kunstsammlung

Düsseldorf. Die Westspiel-Geschäftsführung ruft ihre rund 870 Mitarbeiter zu mehr Geschlossenheit auf. In einem internen Brandbrief heißt es: "Dennoch scheint es Kollegen zu geben, die unserem Unternehmen und damit uns allen schaden wollen. Das ist traurig." Unter Androhung von "arbeitsrechtlichen Konsequenzen" warnt die Geschäftsleitung vor Medien- und Politikerkontakten: "Sowohl Medien als auch Politiker diskutieren aktuell heftig über uns. Fakt ist, dass es immer wieder um Informationen geht, die zu Skandalen aufgebauscht werden und meist leider nur aus internen Quellen stammen können."

Hintergrund des Brandbriefes ist neben diversen bekannt gewordenen Personalquerelen auch die öffentliche Debatte um den Umgang der Landestochter mit ihrer Kunstsammlung: Ein wertvoller Warhol aus Westspiel-Beständen wurde versehentlich mit einem Türknauf durchbohrt. "Plötzlich interessieren sich alle für Westspiel-Kunst, mit der wir natürlich sehr pfleglich umgehen - bis auf dieses eine Mal vor 30 Jahren", heißt es im Schreiben.

Daran gibt es Zweifel. Wie unsere Redaktion aus dem Unternehmen erfuhr, soll Westspiel in besseren Zeiten eine Sammlung mit chinesischem Porzellan aus dem 17. Jahrhundert ersteigert haben. Dann sei die Vitrine umgestoßen und das Porzellan zerstört worden sein. Zudem wurden der Redaktion Fotos zugespielt, die zeigen sollen, dass wertvolle Gemälde nicht wie geplant eingelagert sind, sondern auf Fluren und in Büros hängen. Westspiel erklärt: "Das chinesische Porzellan wurde vor mehr als zehn Jahren verkauft." Die Kunstwerke hingen "teilweise auch in nicht öffentlichen Bereichen unserer Gebäude".

In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass bei der landeseigenen Bank Portigon diverse Kunstwerke gestohlen worden sind.

(tor)
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