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Familienvermögen für die Bildung: 40 Millionen für die Uni

VON ANANDA MILZ - zuletzt aktualisiert: 26.04.2010 - 15:40

Düsseldorf (RP). Patrick Schwarz-Schütte stand lange an der Spitze der Schwarz Pharma AG. Jetzt unterstützt er mit einer Stiftung die Universität. Mit mit Familienvermögen will er die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Heine-Uni nach vorne bringen.

Patrick Schwarz-Schütte in seinem Büro an der Poststraße.  Foto: RP, W. Gabriel
Patrick Schwarz-Schütte in seinem Büro an der Poststraße. Foto: RP, W. Gabriel

Herr Schwarz-Schütte, mit den Mitteln Ihrer Familie wird derzeit das Oeconomicum auf dem Campus gebaut. Wann waren sie zuletzt auf der Baustelle?

Schwarz-Schütte Gestern. Alles verläuft bislang nach Plan. Im Oktober soll das Gebäude offiziell an die Uni übergeben werden. Der spannende Moment kommt bereits in wenigen Wochen – dann werden die Fassaden geliefert und das Gebäude bekommt sein Gesicht.

Wie wird es aussehen?

Schwarz-Schütte Das neue Oeconomicum besticht durch eine transparente, lichte Architektur. Das Arbeiten für Professoren, Mitarbeiter und Studenten wird darin sicher offener und kommunikativer als in den alten Räumen der Wirtschaftsfakultät – mit seinen langen Gängen und den abschließbaren Büros.

Es geht Ihnen also nicht nur um die Fassade, sondern auch um neue Standards. So bauen Sie gleich noch einen neuen VWL-Bereich mit auf. . .

Schwarz-Schütte Das stimmt. Drei Professoren sind für den neuen Lehrstuhl Wettbewerbsökonomie bereits berufen worden. Fünf sollen es insgesamt werden. Ab kommenden Wintersemester geht der VWL-Studiengang dann an den Start.

Warum fördern Sie gerade die Wirtschaftswissenschaften?

Schwarz-Schütte Nachdem wir unsere Pharmafirma 2006 verkauft haben, war klar, dass wir einen Teil unseres Geldes der Uni stiften wollen. Der damalige Rektor Alfons Labisch hatte die Idee, es bei den Wirtschafswissenschaften zu investieren.

Nun sind Sie selbst ja BWLer.

Schwarz-Schütte Genau, und vor allem die Wettbewerbsökonomie liegt mir besonders am Herzen. Denn nur durch Wettbewerb funktioniert Wachstum und Wirtschaft. Viele vom Staat gesteuerte Monopole treten gerade deshalb auf der Stelle – ob Gesundheitssystem, Energieversorgung, Telekommunikation oder Verkehr.

Zusammenhänge, denen künftig im Lehrstuhl für Wettbewerbsökonomie auf den Grund gegangen werden soll?

Schwarz-Schütte Aus der Forschung heraus Impulse für die Politik und die wirtschaftliche Praxis zu geben – das ist sicher ein wichtiger Ansatz. Aber wir wollen auch gute Bachelors und hervorragende Masters ausbilden. Eine kleine, aber feine namhafte Fakultät zu werden, ist unser Ziel.

Nun sind Sie seit 2007 auch eines von acht Mitgliedern des Hochschulrates der Heinrich-Heine-Universität.

Schwarz-Schütte Wir acht bilden sozusagen die erste Generation, da es einen Hochschulrat bis dato nicht gab. Wir sind damals unter der Regie von Uni-Rektor Labisch ins Boot geholt worden und leisten sicher ein Stück Pionierarbeit.

Zu Ihren Aufgaben zählte etwa, den neuen Uni-Rektor, Michael Piper, zu berufen. Und sonst?

Schwarz-Schütte Wir verabschieden zum Beispiel den Wirtschaftsplan oder den Investitionsplan der Uni. Es gilt, seit Bologna auch die Uni selbst im Wettbewerb fitter zu machen und etwa mit der Einführung von kaufmännischer Buchführung stärker zu wirtschaften als zuvor.

Dabei ist ja auch die Profilbildung ein wichtiges Stichwort. Wie kann sich die Heine-Uni Ihrer Meinung nach weiter nach vorne bringen?

Schwarz-Schütte Das ist natürlich eine Frage, für die ich eigentlich nicht alleine antworten darf. Ich spreche aber sicher im Sinne von Herrn Piper und meinen Mitstreitern im Hochschulrat, wenn ich betone, dass wir unseren Schwerpunkt in der Medizin und in den Naturwissenschaften sehen. Zudem haben wir eine kleine, feine Juristische Fakultät, zu der hoffentlich bald auch die Wirtschaftwissenschaftliche zählen wird. Auch die Geisteswissenschaften werden sich profilieren.

Dürfen wir zum Abschluss unseres Gesprächs auch über Geld reden?

Schwarz-Schütte Da gibt es nichts, was der Öffentlichkeit verborgen bleiben müsste. Die Stiftung meiner Familie unterstützt den Ausbau der Wirtschafswissenschaftlichen Fakultät mit rund 40 Millionen Euro. Aber mir ist wichtig zu betonen, dass mein Vater sicherlich mehr an Arbeitszeit in die Uni investiert hat als ich.

Quelle: RP

 
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