Serie: Unis in NRW (3): Aachen: Aushängeschild mit Anspruch
VON ANANDA MILZ - zuletzt aktualisiert: 18.02.2010 - 08:06Aachen (RP). Wäre sie keine Hochschule, sondern Absolventin, prophezeite man der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen eine Top-Karriere. Ihr Zeugnis ist sozusagen bilderbuchmäßig.
Sie ist eine von neun deutschen Spitzenuniversitäten, bezieht die höchste Drittmittelförderung unter allen deutschen Unis und erreicht in nationalen Rankings regelmäßig einen der vorderen Plätze in den Ingenieurwissenschaften. Bei den Naturwissenschaften belegt die Aachener Chemie regelmäßig vorderste Plätze – sogar im internationalen Vergleich. Zudem sind fünf Nobelpreisträger aus ihr hervorgegangen.
Derzeit sind fast 33.000 Studierende in 106 Studiengängen auf der „Elite-Uni“ eingeschrieben, davon rund 5000 internationale Studierende, die von 450 Professoren betreut werden. Die Fakultät für Maschinenwesen hat mit fast 8000 die meisten Studierenden. Darauf folgen die Fakultät für Naturwissenschaften mit 6000 Studenten sowie die Philosophische mit 4000.
Wie die RWTH selbst betont, habe sie einen hohen Anwendungsbezug. Deshalb seien die Absolventen in der Wirtschaft gefragte Nachwuchs- und Führungskräfte. Auch darin stimmt der Abgleich mit der Realität: 2009 haben die Personalchefs der 500 größten deutschen Unternehmen im Magazin „Wirtschaftswoche“ Aachen in den fünf Kategorien Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau, Naturwissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen auf Platz eins gewählt.
Punkte auch in der Lehre
Doch die RWTH punktet auch in der Lehre: Sie bietet ihren Studenten diverse Mentorenprogramme, darunter findet sich das Konzept „Studierende im Fokus der Exzellenz“. 2009 ist es prämiert worden und erhält in den nächsten Jahren eine Million Euro zur Förderung. Selbst begabte Schüler finden in einem eigenen Programm bereits Kontakt zur „Elite-Uni“.
In Netzwerken wie der IDEA League setzt Aachen mit führenden technischen Universitäten anderer Länder Qualitätsstandards für Studiengänge und wissenschaftliche Weiterbildung. Um ähnliche Ziele geht es bei der Mitgliedschaft in dem Verbund TU9, in dem sich die führenden Technischen Hochschulen Deutschlands zusammengeschlossen haben. Seit Oktober 2009 hat RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg das Amt des TU9-Präsidenten übernommen.
Laut CHE-Ranking liegt auch der Aachener Hochschulsport in der deutschlandweiten Spitzengruppe, die Ausstattung der Bibliothek mit Computern bewerten die Studenten hingegen schlecht. Dort findet sich Aachen ungewohnt in der Schlussgruppe. Bei den Studiengebühren zeigt sich die RWTH durchschnittlich: Sie liegen bei den gängigen 500 Euro pro Semester.
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