Erfahrung lässt sie überlegter handeln: Ältere Menschen lernen eher aus Fehlern
zuletzt aktualisiert: 01.10.2004 - 06:35Dortmund (rpo). Die körperliche Leistungsfähigkeit des Menschen mag mit zunehmendem Alter abnehmen. Vom Kopf her geben ältere Menschen aber häufig ein besseres Bild ab als Jüngere. Das bestätigt auch die neueste Erkenntnis von Hirnforschern des Instituts für Arbeitsphysiologie an der Universität Dortmund (IfADo).
Ältere denken einfach anders. Bei den Tests der Wissenschaftler zögerten ältere Probanden nach einem Fehler bei der nächsten Aufgabe etwas länger, machten aber so letztlich weniger Fehler als die Jüngeren. "Sie lernen mehr aus ihren Fehlern", schlussfolgert Michael Falkenstein vom IfADo.
Auch die Reaktionszeiten werden im Alter länger, doch nach Beobachtungen der Dortmunder Forscher liegt die Verzögerung vor allem zwischen der Entscheidung für eine Reaktion und ihrer motorischen Ausführung, also zwischen der Entscheidung "Tastenklick" und der entsprechenden Fingerbewegung. Die Hirnstromdaten deuteten darauf hin, dass dies eine Strategie sein könnte, die Reaktionsschwelle zu erhöhen. Ältere seien vorsichtiger, sagt Falkenstein.
Verzögerte Reizwahrnehmung wieder ausgeglichen
Bei der Studie zeigten ältere Teilnehmer zudem eine leichte Verzögerung bei der Reizwahrnehmung. Diese konnte nach Angaben der Wissenschaftler aber durch eine entsprechende Beschleunigung des Entscheidungsprozesses wieder kompensiert werden. Falkenstein schlussfolgert: Demzufolge läuft ein Teil des "Denkvorgangs" sogar schneller ab als bei Jüngeren.
Bei ihren Untersuchungen konnten die Wissenschaftler nach eigenen Angaben noch ein Vorurteil ausräumen: Ältere Menschen ermüden nicht schneller als junge, sie lassen sich nur schneller ablenken und blenden unwichtige Informationen schlechter aus.
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