Per Gesetz ab dem 1. Oktober abgeschafft: "Arzt im Praktikum" gehört der Vergangenheit an
zuletzt aktualisiert: 30.09.2004 - 12:34Berlin/Köln (rpo). Nach dem Studium der Medizin mussten die Absolventen bislang 18 Monate lang als "Arzt im Praktikum" zu schlechten Konditionen arbeiten. Das gehört ab dem 1. Oktober der Vergangenheit an.
Fortan können sowohl bereits tätige AiPler als auch Studienabgänger als Assistenzärzte mit höherem Gehalt arbeiten. Der Ärzteverband Marburger Bund sprach am Donnerstag in Köln von einem wichtigen Tag für die Ärzteschaft und das Gesundheitswesen. Der Ärzteverband hatte sich lange für die Abschaffung des AiP stark gemacht.
Der Vorsitzende des Marburger Bundes, Frank Ulrich Montgomery, sagte, bisher seien Ärzte im Praktikum in den Krankenhäusern "ausgebeutet" worden.
"Es war schlicht unverschämt, ärztlichen Nachwuchs volle Arbeitsleistungen abzuverlangen, sie aber mit einem Hungerlohn von monatlich rund 1000 Euro brutto abzuspeisen", sagte er. Dieser Frust habe zur Ärzteflucht und mittlerweile zu rund 5 000 offenen Arztstellen in Kliniken geführt.
Montgomery wies aber darauf hin, dass alle Ärzte, die sich zurzeit in einer AiP-Phase befinden, nur dann ab Freitag als Assistenzärzte arbeiten können, wenn sie ihre Vollapprobation besitzen und mit ihrem Arbeitgeber einen Assistenzarztvertrag vereinbart haben.
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