Auslandssemester: Barcelona und Rom statt Münster und Köln
zuletzt aktualisiert: 22.03.2007 - 10:30Bonn/Berlin (RPO). Es ist nicht nur eine willkommene Abwechslung im manchmal tristen Alltag an der Hochschule, sondern eine Chance, ein neues Land, neue Leute und eine fremde Sprache kennen zu lernen: Mit Erasmus, dem EU-Programm für Auslandsstudenten, kann man schnell seinen Traum vom Semester im europäischen Ausland verwirklichen.
Erasmus besteht seit nunmehr 20 Jahren. "Und es ist außerordentlich erfolgreich", sagt Bettina Morhard vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) in Bonn. Belegt wird das von Zahlen: Im Studienjahr 2005/2006 nutzten rund 24.000 deutsche Studierende das Programm. Durch die Umstellung auf das Bachelor- und Master-System wird der Austausch zwischen den Ländern immer einfacher.
250 deutsche Unis machen mit
Mit Erasmus kann man maximal ein Jahr lang in allen EU-Staaten sowie in der Türkei, in Liechtenstein, Norwegen und Island studieren. Besonders beliebt sind Frankreich oder Spanien, zunehmend auch Skandinavien und die Niederlande.
Jede Uni, die am Erasmus-Programm teilnimmt- im Moment sind es 250- organisiert das Auswahlverfahren separat. Wer einen Platz bekommen will, sollte sich spätestens sechs Monate im Voraus um eine Teilnahme kümmern. Zur Bewerbung gehören ein "Motivationsschreiben", der Nachweis ausreichender Sprachkenntnisse für das Wunschland sowie ein Vorgespräch.
Vorsicht vor Engpässen bei der Unterkunft
Erasmus-Studenten müssen zwar keine Studiengebühren bezahlen, ein Vollstipendium gibt es aber nicht. Bettina Morhard sagt, dass "ein Ausgleichsbetrag der Lebensunterhaltskosten von maximal 200 Euro im Monat" gezahlt wird. Unter Umständen erhalten Erasmus-Teilnehmer Auslands-BAföG. Andrea Hoops, stellvertretende Generalsekretärin des Deutschen Studentenwerks in Berlin, erklärt: "Diese Förderung beinhaltet neben einem monatlichen Geldbetrag Zuschläge für die Krankenversicherung und die Reisekosten".
Wer einen Studienplatz im Ausland bekommen hat, muss sich um eine Unterkunft kümmern. "Erasmus reserviert vorab ein bestimmtes Kontingent an Wohnheimplätzen, die vom Studentenwerk vor Ort vergeben werden", sagt Bettina Morhard vom DAAD. In größeren Städten wie etwa Barcelona kann es aber durchaus zu Engpässen kommen.
Ein Semester in Barcelona
In der katalanischen Metropole hat Anne von Twardowski, 24 Jahre alt und aus Lübeck, ein Erasmus-Semester verbracht. Ein Zimmer konnte sie sich nach langem Suchen über eine Internet-Wohnbörse organisieren. Das halbe Jahr in Barcelona will die Musikstudentin nicht missen. Denen, die wirklich in ihrem Studium vorankommen möchten, rät sie allerdings, sich nicht zu sehr vom "Erasmus-Leben" verführen zu lassen: "Viele leben hier für ein Semester in einer Traumwelt, gehen jeden Abend feiern, und das Studieren ist eher zweitrangig."
Auch ihr Spanisch konnte Anne nur bedingt verbessern: Den Großteil der Zeit verbrachte sie mit anderen Erasmus-Studenten - gesprochen wurde meist Deutsch oder Englisch. Anne hat daher zusätzlich einen Sprachkurs absolviert und den Kontakt zu Spaniern gesucht - leider wenig erfolgreich: "Spanisch habe ich letztlich hauptsächlich mit Austausch-Studenten aus Südamerika gesprochen."
Info: www.studentenwerke.de
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum








