Ergebnis "der Arroganz vermeintlicher Experten": CDU-Ministerpräsident für Rückkehr zur alten Rechtschreibung
zuletzt aktualisiert: 13.06.2004 - 11:18Hamburg (rpo). Vor kurzem noch hat Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff in Hape Kerkelings Rechtschreib-Show ein gute Figur gemacht. Jetzt spricht er sich jedoch für eine Aufgabe der Rechtschreibreform aus. Die sei das Ergebnis "der Arroganz vermeintlicher Experten".
In der "Bild am Sonntag" vertrat der CDU-Politiker die Ansicht, man solle bis auf wenige Ausnahmen zur alten Schreibung zurückkehren und "einen Schlussstrich unter diese unselige Diskussion ziehen". Die Möglichkeit gebe es jetzt noch, meinte der stellvertretende CDU-Vorsitzende.
Die neue Rechtschreibung wird am 1. August 2005 an Schulen und Hochschulen verbindlich. Sie wird schon bisher gelehrt, jedoch gilt die Benutzung alter Schreibweisen noch nicht als Fehler.
Wulff sagte, viele Lehrer wüssten nicht genau, was sie vom kommenden Jahr an den Kindern beibringen sollten. Es dürfe aber keine Grauzonen hinsichtlich der korrekten Schreibung geben.
Gleichgültigkeit in Fragen der Orthografie sei für die Sprache eine Katastrophe. Ein Ende mit Schrecken sei besser als ein Schrecken ohne Ende. Die Reform sei ein Ergebnis "der Arroganz vermeintlicher Experten und der zuständigen Gremien", wird Wulff zitiert.
Es sei nicht beachtet worden, dass die Sprache ein gewachsenes Kulturgut und in starkem Maße dem Zugriff der Politik entzogen sei.
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