Handwerk: Der lange Weg zum Meister
zuletzt aktualisiert: 31.10.2010 - 14:37Das gute alte Meisterstück hat ausgedient. Nach Angaben der Handwerkskammer Düsseldorf macht es wenig Sinn, ein „Wahnsinns Möbelstück“ wie eine Edel-Vitrine anzufertigen, das mit dem späteren Berufsalltag nichts zu tun hat und obendrein wegen Aufwand und Preis nicht zu verkaufen wäre.
Deshalb würden die Prüflinge lieber in „Meisterprüfungs-Projekte“ eingebunden. Kürzlich ging es beispielsweise um die Innenausstattung einer Weinhandlung. Die Tischler hatten die Aufgabe, Regale und eine Verkaufstheke herzustellen - auf meisterliche Art, versteht sich.
Grundvoraussetzung für die Meisterprüfung (die auch einen theoretischen Teil umfasst) ist der Gesellenbrief. Ihn kann man je nach Berufsrichtung in zwei bis dreieinhalb Jahren erwerben. Die an Theorie „abgespeckte“ Ausbildung zum Kfz-Service-Mechaniker dauert in NRW zwei Jahre, die klassische Bäcker-, Metzger-, Installateur- oder Maurerlehre drei Jahre, während die aufwändige Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker sogar dreieinhalb Jahre in Anspruch nimmt.
Der Weg zum Meister führt zum einen über die berufsbegleitenden Kurse in Abendschulen. Gesamtdauer: zwei bis drei Jahre. Zum anderen bietet sich die Vollzeit-Vorbereitung an Meisterschulen an, die ganztätig an allen Werktagen erfolgt. Dies dauert ein gut Jahr. Angehende Meister können mit finanzieller Hilfe des Staates rechnen: Das so genannte „Meister-Bafög“ wird für die gesamte Zeit der Ausbildung gezahlt; insgesamt sind es maximal 10000 Euro. Davon ist ein Drittel Zuschuss.
Der Meisterbrief belegt werbewirksam die Qualifaktion des Handwerksbetriebes. Im Kammerbezirk Düsseldorf schafften im vorigen Jahr 1040 Bewerber aus 40 Berufen die Meisterprüfung.
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