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Berlin: Deutsch-Pflicht auf Schulhöfen findet Zustimmung

zuletzt aktualisiert: 29.01.2006 - 09:37

Berlin (rpo). Eine Berliner Realschule hats vorgemacht, jetzt ziehen andere nach: In den Hausordnungen der Schulen wird vorgeschrieben, dass die Schüler auf dem Schulhof nur noch Deutsch sprechen sollen. Das Übereinkommen zwischen Schülern, Eltern und Lehrern trifft nicht nur auf Kritik. Deutschlandweit diskutiert man, ob die Pflicht zur deutschen Sprache nicht auch die Integration fördert.


Der Vorsitzende des Islamrats, Ali Kizilkaya, sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" laut Vorabbericht, er befürworte die Abmachung, solange sie freiwillig sei. "Das ist Demokratie, und wenn man so auch noch besser deutsch lernt, kann ich das nur begrüßen", sagte er.

Nur wer gut Deutsch spreche, könne nicht missverstanden werden und seine Rechte einfordern, sagte Kizilkaya. Sprache bedeute Kompetenz. Allerdings sei es für türkische Schüler wohl kaum durchzuhalten, untereinander immer Deutsch zu sprechen.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Nadeem Elyas, sagte der Zeitung: "Die deutsche Sprache muss im Mittelpunkt des muslimischen Lebens stehen." Dazu gehöre auch der Schulalltag.

Ulrich Thöne, Vorsitzender der Lehrer- Gewerkschaft GEW, sagte die Regelung in Berlin sei in Ordnung. Allerdings sei er froh, wenn die Schüler überhaupt miteinander sprächen - und sei es in ihrer Muttersprache.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, sagte dem Blatt, je vielfältiger unsere Gesellschaft werde, desto wichtiger sei die gemeinsame Sprache.

Laschet will Deutschpflicht in NRW anregen

Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Armin Laschet (CDU) sagte dem Blatt, noch gebe es an nordrhein-westfälischen Schulen Absprachen wie in Berlin zwar nicht, doch wolle er sie nun anregen. Schließlich sei die Situation im Ruhrgebiet mit der in Berlin durchaus zu vergleichen. Laschet kritisierte ablehnende Stimmen aus den Reihen der Grünen. "Es schadet der Integrationspolitik, wenn Schüler, Eltern und Lehrer etwas gemeinsam erarbeiten und oberschlaue Politiker wie die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth dann Diskriminierung schreien", sagte er.

Der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech (CDU) und der Bremer Bildungssenator Willi Lemke (SPD) begrüßten die Berliner Selbstverpflichtung. Lemke sagte, ein Schulleiter habe ihm gesagt: "Schade, dass ich nicht selbst darauf gekommen bin".

Hamburgs Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig (CDU) äußerte sich hingegen vorsichtiger. "Wenn es in Hamburg eine Schule gibt, die Deutsch als Pflichtsprache auf dem Schulhof durchsetzen will, werde ich das gerne unterstützen", sagte sie. Voraussetzung müsse aber sein, dass Eltern, Lehrer, Schüler und Schulleitung dies gemeinsam wollten. Sie sollten dann auch dafür werben. Sanktionen halte sie kaum für angebracht.

 

Quelle: afp2

 
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