Studie zu Berufsaussichten: Deutsche Studenten sind große Optimisten
VON CHRISTOPHER WECKWERTH - zuletzt aktualisiert: 09.06.2011 - 07:55Düsseldorf (RPO). Eigentlich gelten Deutsche im Ausland nicht gerade als das fröhlichste und entspannteste Volk. Selbst im eigenen Land schreibt man sich häufig eine gewisse Grundskepsis zu. Doch unter den Studierenden scheint sich eine „Wird schon“-Mentalität breit zu machen. Das zumindest ist das Ergebnis einer europaweiten Studie zur Selbsteinschätzung der eigenen Berufsaussichten.
Das schwedische Beratungsunternehmen Universum hat rund 20.000 Studenten in Europa nach ihrem Wunscharbeitgeber gefragt. Außerdem sollten die Teilnehmer einschätzen, wie groß die Chancen seien, selbst dort anfangen zu können. Das Ergebnis: Die zuversichtlichsten Studenten kommen aus Deutschland, gefolgt von Norwegen und der Ukraine. 57 Prozent der Deutschen gaben an, zuversichtlich bis sehr zuversichtlich zu sein, sechs Monate nach ihrem Abschluss beim Wunscharbeitgeber anfangen zu können.
Anders stellt sich die Lage in den Ländern dar, die von der Wirtschaftskrise am stärksten betroffen sind. Unter den pessimistischsten Studenten stehen so neben den Briten auch die Iren und die Griechen. Das Schlusslicht bilden allerdings die befragten Spanier, von denen gerade einmal 18 Prozent glauben, unmittelbar nach ihrem Abschluss bei einem Top-Arbeitgeber unterzukommen. Das passt zu den jüngsten Demonstrationen, bei denen die junge Generation ihren Unmut zum Ausdruck brachte.
Apple und Google beliebteste Arbeitgeber
Unabhängig von den nationalen Unterschieden haben Apple und Google der Studie zufolge ihre Stellung als angesehene Unternehmen festigen können. Sie belegen die beiden ersten Plätze bei den Studenten der Wirtschaftswissenschaften, Google ist zudem die Nummer eins für die Befragten aus dem Bereich Ingenieurwesen. In dieser Kategorie folgen in den Top Fünf mit Audi und BMW zwei deutsche Unternehmen. Google ist auch für Informatiker und Geisteswissenschaftler die erste Wahl. Auch Apple ist in mehreren Kategorien beliebt, bei den Informatikern landeten sie allerdings hinter dem Konkurrenten Microsoft.
Die Banken haben sich der Umfrage zufolge von einem Ansehensknick im Zuge der Konjunkturflaute erholt. 2010 hatten alle genannten Banken von den Studenten der Wirtschaftswissenschaften weniger Zuspruch erhalten als im Vorjahr. Das beste Ergebnis in diesem Jahr konnte Goldman Sachs verbuchen. Den höchsten Zuwachs verzeichnete die Deutsche Bank.
Die ausschlaggebenden Argumente, die die Studenten für ihre Entscheidungen angaben, waren ein guter Ruf des Unternehmens, kommerzieller Erfolg sowie Prestige. Die soziale Verantwortung der Firmen und Einhaltung ethischer Standards landeten dagegen ganz am Ende. Ein Indiz dafür, dass die Studenten eher pragmatisch an die Berufswahl gehen.
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