Favoritenkreis ist klein: Die meisten Eliteunis sollen im Süden stehen
zuletzt aktualisiert: 28.11.2004 - 12:11München (rpo). Allein sechs der geplanten zehn Elite-Universitäten sollen in den Ländern Bayern oder Baden-Württemberg entstehen. Überraschend zählt aber auch die Uni in Bremen zum Favoritenkreis. Die zehn Elite-Universitäten sollen ab 2006 mit 1,9 Milliarden Euro gefördert werden.
Das berichtet das Magazin "Focus" unter Bezug auf eine vertrauliche Einschätzung der Bildungsstaatssekretäre aller Bundesländer. Überraschend zählt demnach auch die Universität Bremen zum Favoritenkreis. Die einstige linke Kaderschmiede habe sich zu einer exzellenten Adresse gerade für Naturwissenschaftler und Ingenieure entwickelt. Die zehn Spitzenuniversitäten sollen ab dem Jahr 2006 mit insgesamt 1,9 Milliarden Euro gefördert werden.
Die Staatssekretäre hatten dem Bericht zufolge die Liste Mitte November am Rande der Tagung des Wissenschaftsrates in Hamburg erstellt. Wichtige Kriterien bei der Auswahl waren laut "Focus" das Abschneiden bei diversen Uni-Rankings, das Einwerben von Forschungsgeldern sowie die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Die Entscheidung über die endgültigen Standorte soll eine Expertenjury im nächsten Jahr fällen. Bundesforschungsministerium Edelgard Bulmahn hatte zuletzt mehrfach auf eine schnelle Einigung gedrungen.
Ob die geplanten Millionen aber wirklich an die zehn Eliteunis fließen, ist dem Magazin zufolge noch offen. Die Ministerpräsidenten müssten erst noch auf ihrem Treffen Mitte Dezember der gemeinsamen Initiative von Bundesregierung und Ländern zustimmen. Die Vorbesprechung der Staatskanzlei-Chefs habe ohne Einigung geendet. Vor allem Länder wie Hessen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz, in denen keine der Spitzenuniversitäten liegen solle, drohten damit, das Prestige-Projekt im letzten Moment zu kippen. Sie wollten verschiedene Fachbereiche flächendeckend fördern, nicht einzelne Universitäten.
Nach dem Willen der Staatssekretäre laut "Focus" sollten folgende Hochschulen den Titel Elite-Uni erhalten: die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, die Eberhard-Karl-Universität Tübingen, die Uni Karlsruhe oder die Uni Stuttgart, die Ludwig-Maximilians-Universität und die Technische Universität München, die Humboldt-Universität Berlin, die Universität Bremen, die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (NRW) und die Technische Universität Dresden (Sachsen).
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