Doppelbelastung im Beruf: Ein Fernstudium braucht Zeit
zuletzt aktualisiert: 19.01.2012 - 07:50Düsseldorf (RPO). Denkt man ans deutsche Universitätswesen, spielen Fernuniversitäten nur eine untergeordnete Rolle. Dabei verzeichnen sie starken Zuwachs und sind gerade für Berufstätige eine echte Alternative. Bei der Entscheidung gibt es jedoch einiges zu beachten.
Das Alleinstellungsmerkmal dieser Studienform liegt in der Möglichkeit, von zu Hause aus und bei freier Zeiteinteilung einen Universitätsabschluss erwerben zu können. Gerade für bereits Berufstätige ist dieser Weg daher attraktiv. Etwas pragmatischer könnte man auch sagen, Fernunis machen es möglich, den bundesweit überfüllten Hörsälen zu entgehen.
Die einzige staatliche Fernuniversität Deutschlands befindet sich in Hagen. Im vergangenen Sommersemester waren dort 74.772 aktive Studierende verzeichnet. Die Unterrichtsmaterialien werden ihnen zugeschickt, ergänzend werden vor Ort Tutorien angeboten. Überprüft wird die Lernleistung in der Regel traditionell mit einer Klausur.
Studieren wie der Außenminister
Die Liste der prominenten Alumni aus Hagen ist lang. Innenminister Hans-Peter Friedrich gehört dazu, Außenminister Guido Westerwelle machte an der Fernuni sogar seinen Doktor. Doch auch sie werden mit denselben Problemen zu kämpfen gehabt haben wie ihre Kommilitonen, denn das Fernstudium ist kein einfaches Unterfangen. In Hagen schätzt man die Abbrecherquote auf rund 70 Prozent.
Das Internetportal fernstudium-infos.de hat versucht herauszufinden, was die größten Bedenken der Interessenten sind. Den 101 Teilnehmern der Umfrage zufolge ist ihre größte Sorge die Zeit: 60 Prozent der Befragten fürchten, dass das Fernstudium berufsbegleitend einfach nicht zu packen ist. Ähnlich viele zweifeln, ob sie mit dem inhaltlichen Niveau mithalten können.
Berufsbezogenes Lernen ist möglich
Die fehlenden Präsenzstunden erfordern eine hohe Selbstdisziplin. An der Motivation mangelt es der Umfrage zufolge allerdings nicht. Lediglich 29 Prozent gaben an, unsicher zu sein, ob ihre Motivation bis zum Abschluss reiche.
Markus Jung, der Inhaber des Portals, versucht das Ergebnis einzuordnen: „Nur ganz wenige brechen tatsächlich aufgrund mangelnder Motivation oder fachlicher Überforderung ab.“
Inhaltlich ist das Fernstudium also meist zu schaffen, sofern der nötige Zeitaufwand ernst genommen wird. Profitieren können viele der berufsbegleitend Studierenden davon sogar sehr kurzfristig.
Das durch das Fernstudium erworbene Wissen können sie schließlich häufig schon in ihrem aktuellen Beruf anwenden. Und davon profitieren dann auch die Arbeitgeber.
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