Studie: Englischunterricht an Schulen defizitär
zuletzt aktualisiert: 03.03.2006 - 16:50Berlin (rpo). Wie deutsche Schüler im Englischunterricht abschneiden, hängt vor allem von der Schule ab. Die am Freitag in Berlin vorgestellte Studie "Deutsch Englisch Schülerleistungen International (DESI)" attestiert vor allem Schülern von Hauptschulen, integrierten Gesamtschulen und Schulen mit mehreren Bildungsgängen starke Defizite im Englischunterricht.
In Gymnasien zeige sich dagegen eine sehr starke Leistungsspitze, die weit über das Anforderungsniveau der Lehrpläne hinausrage. Für die Studie "Deutsch Englisch Schülerleistungen International (DESI)" testeten Fachleute rund 11.000 Schüler der neunten Jahrgangsstufe zu Beginn und am Ende des Schuljahrs 2003/2004.
Bei den Englischkenntnissen erreichte ein Drittel der Haupt- und Gesamtschüler nicht das gesetzte Lernziel. Die Hälfte von ihnen zeigte auch bei der schriftlichen Ausdrucksfähigkeit in Deutsch erhebliche Mängel. Insgesamt entsprechen aber laut Studie rund zwei Drittel der Schüler am Ende der neunten Jahrgangsstufe den Vorgaben der Kultusministerkonferenz für den Hauptschulabschluss. Damit können sie sich in einfachen Sätzen im Alltag verständlich machen. Rund ein Drittel haben ein Niveau, das dem mittleren Schulabschluss entspricht. 9 Prozent erzielen sogar ein hohes sprachliches Niveau. In Deutsch sind der Erhebung zufolge ebenfalls zwei Drittel in der Lage, sich schriftlich problemlos verständlich zu machen. 13 Prozent seien sogar stilsicher.
Kulturelle und soziale Herkunft entscheidend
Wie schon bei anderen Studien zeigt sich, dass die Kenntnisse in Deutsch, Englisch und Mathematik stark von der sozialen Herkunft abhängig sind. Nach den Worten des Studienleiters, Eckhard Klieme, ist beim Erwerb sprachlicher Fähigkeiten aber der kulturelle Hintergrund der Familie entscheidender. Starke Leistungszuwächse verzeichnet die Studie an Schulen, die eng mit dem Elternhaus zusammenarbeiten. Bei Migranten stellte sie wie schon vorhergehende Untersuchungen Defizite bei den Deutschkenntnissen fest. Gleichzeitig sieht sie aber gerade bei diesen Schülern Vorteile beim Erwerb von Fremdsprachen.
Erfolgreich ist nach Erkenntnissen der Experten der Englisch- und Deutschunterricht dort, wo Lehrer korrektes Sprechen und Schreiben besonders wichtig nehmen. Im Englischunterricht zahle sich die Betonung von Korrektheit und Flüssigkeit des sprachlichen Ausdrucks gleichermaßen aus. Ferner mahnen die Fachleute an, im Unterricht konsequent Englisch zu sprechen. Besonders förderlich für den Spracherwerb sei auch, wenn andere Fächer in der Fremdsprache unterrichtet würden.
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