Eltern an der Uni: Fast die Hälfte bricht ihr Studium ab
zuletzt aktualisiert: 28.11.2009 - 14:45Gütersloh (RPO). In den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen haben es Eltern ganz besonders schwer. Rund die Hälfte der Studenten mit Kindern bricht ihr Studium ab. Darauf weist das Centrum für Hochschulentwicklung in Gütersloh hin.
Die gestraffte Studienstruktur macht den Spagat zwischen Lernen und Kinderbetreuung zum einen wegen des stärkeren Zeitdrucks schwieriger. Sie bereitet Eltern außerdem finanzielle Sorgen - denn im Bachelor bleibt kaum mehr Zeit zum Jobben. Darauf sind viele aber angewiesen.
Ein auf Teilzeit ausgelegtes Studienmodell ist für viele Eltern auch keine Lösung: Denn in solchen Modellen fällt das Bafög weg. Formal müssen sie also Vollzeit studieren, um gefördert zu werden. Faktisch studieren viele dennoch Teilzeit, weil Job und Kind ihnen keine andere Wahl lassen.
Dadurch reicht das Bafög unter Umständen nicht bis zum Studienende, weil die maximale Förderdauer sich auf die Regelstudienzeit bezieht. Zwar gibt es Ausnahmeregeln für Eltern, die eine Verlängerung der Förderung um bis zu zwei Semester vorsehen. Dabei sind sie den Angaben nach aber auf eine "wohlwollende Auslegung des Gesetzes" angewiesen.
So müssten sie etwa nachweisen, dass eine Schwangerschaft oder das Erziehen ihres Kindes tatsächlich der Grund dafür ist, dass sie länger für ihren Abschluss brauchen. Das müsse das jeweilige Amt bestätigen. Geraten Eltern dabei an einen Sachbearbeiter, der die Regelung besonders streng auslegt, haben sie Pech gehabt.
Ähnlich sieht es aus, wenn Schwangere und Studenten mit Kind ein Urlaubssemester beantragen. In dieser Zeit erhalten sie auch kein Bafög. Hinzu kommt, dass es je nach Bundesland anders geregelt ist, ob sie in einer solchen Auszeit verpasste Module nachholen können. Vielfach würden einzelne Prüfungsleistungen während der Beurlaubung nicht anerkannt.
Info: www.familie-in-der-hochschule.de/bafoeg.pdf
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