Strenge Sitten an islamischen Unis: Forschen mit Kopftuch
zuletzt aktualisiert: 09.11.2008 - 11:42Bonn/Berlin (RPO). Wer an einer islamischen Uni studieren will, muss sich auf einen Kulturschock einstellen. Vor allem auf Frauen warten stregen Sitten. Ein Studienaufenthalt muss also gut vorbereitet sein, empfiehlt der Deutsche Akademische Austauschdienst(DAAD). Dann lohnt er sich für technische Fächer, aber auch Archäologen und Politologen.
"Im Iran zum Beispiel gilt auch an den Hochschulen die vorgeschriebene Kleiderordnung", sagte Heidi Wedel vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) in Bonn anlässlich einer DAAD-Tagung in Berlin unter dem Motto "Dialog mit der islamischen Welt". Ein Kopftuch sei auch für ausländische Studenten Pflicht.
Bislang schrecke das negative Image islamischer Länder Studentinnen oft ab, sagte Wedel. Zum Teil seien Ängste vor Unterdrückung und politischer Gewalt aber einfach überzogen: Gerade in der Forschung würden Frauen in einigen Ländern respektiert. Auch treffe man bei Hochschulprojekten im islamischen Ausland oft auf Studenten und Forscher, die mit der westlichen Kultur vertraut sind.
Ein Aufenthalt lohne sich zum einen in technischen Fächern wie Ingenieurswissenschaften, wenn Absolventen künftig bei Bauvorhaben in islamischen Ländern tätig sein wollen. Aber auch für Politologen oder Archäologen könnten solche Auslandsstationen eine wichtige Erfahrung sein.
Der DAAD fördert seit 2006 Hochschulprojekte in allen Fachbereichen mit zwölf Partnerländern wie Iran, Marokko oder Jordanien. Studierende und junge Wissenschaftler erforschen dabei etwa Karawanenwege oder entwickeln Computerprogramme zur Erkennung der arabischen Schrift.
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