Hilfe für ALS-Patienten: Japanische Forscher ermöglichen "Gedankensprechen"
zuletzt aktualisiert: 28.09.2005 - 07:23Tokio (rpo). Forscher aus Japan haben ein Gerät erfunden, mit dem Patienten mit vollständiger Muskellähmung durch die Messung von Blutströmungen im Gehirn "ja" und "nein" sagen können. Das Gerät mit dem Namen "Kokoro-gatari" ("Sprechen durch Gedanken") könnte besonders Menschen mit der Nervenkrankheit ALS helfen, unter der auch der Maler Jörg Immendorf leidet.
Menschen, die von dieser unheilbaren Krankheit betroffen sind, verlieren durch fortschreitende Lähmung die Fähigkeit zu sprechen, sie können schließlich nicht einmal mehr mit den Augen blinzeln. Ihre geistigen Fähigkeiten bleiben allerdings unbeeinflusst. Diese Tatsache nutzt der "Kokoro-gatari".
Wenn der Patient "ja" sagen wolle, erklärten die Erfinder am Dienstag, müsse er zum Beispiel im Geiste ein Lied singen oder eine Rechenaufgabe lösen. Durch diese Hirnaktivität würden Blutströme in seinem Gehirn in Gang gesetzt, die von einer Binde um den Kopf des Patienten registriert würden. Andersherum solle der Patient sich für ein "nein" vollständig entspannen, damit die Blutströme im Gehirn unverändert blieben. Innerhalb von 36 Sekunden übermittele der Apparat die Antwort des Patienten. Der Fehlerquotient beträgt den Angaben zufolge allerdings 20 Prozent.
Das Gerät soll in Japan Ende des Jahres zum Preis von umgerechnet etwa 3500 Euro auf den Markt kommen. Sein Export in andere Länder ist derzeit nicht geplant.
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