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Gerhard Casper kritisiert: Kritik aus USA: Bund führt Unis wie Behörden

zuletzt aktualisiert: 26.01.2005 - 10:50

Hamburg (rpo). Deutsche Universitäten investieren zu wenig in die Forschung. Darin ist sich Hochschulexperte Gerhard Casper aus den USA sicher. In einer Zeitung bezieht der langjährige Präsident der amerikanischen Eliteuniversität Stanford Stellung. Zentraler Punkt für Casper: Außer-universitäre Forschungseinrichtungen würden Bund und Länder bedeutend besser fördern als die Einrichtungen für den durchschnittlichen Studenten. Casper nennt Zahlen.      

In der "Zeit" erklärt Casper, dass außer-universitäre Forschungseinrichtungen wie die Max-Planck- oder Fraunhoferinstitute würden 3,8 Milliarden Euro im Jahr von Bund und Ländern bekommen würden. Die an den Universitäten aktive Deutsche Forschungsgemeinschaft hingegen erhalte nur ein Drittel dieser Summe.

Casper warnt ausdrücklich davor, zu viel Hoffnung auf die Unterstützung der Wissenschaft durch die Wirtschaft zu setzen. "Forschung, vor allem Grundlagenforschung, ist ein öffentliches Gut", sagt Casper, "das die Wirtschaft angesichts ihrer Profitorientierung, nur in beschränktem Maße finanzieren wird und kann." Selbst der Drittmittel-Forschungsetat der Universität Stanford werde nur zu vier Prozent aus Beiträgen der Wirtschaft gespeist. Stanford sei durch den erfolgreichen Wettbewerb seiner Forscher um Bundesmittel zur Spitzenuniversität aufgestiegen.

Forschungslandschaft neu strukturieren

Das deutsche Modell, Universitäten wie Behörden zu führen, so Casper, müsse abgelöst werden von autonomen Universitäten. Sie brauchen starke Leitungen. "Mit Demokratie hat die Universität nichts zu tun", so Casper, "sie hat viel zu tun mit Konsultation und Teamwork." Die Legitimität der Hochschulen begründe sich ausschließlich auf der Qualität der Forschung und der Lehre. Dem müssten die Leitungsstrukturen dienen.

Der 1937 in Hamburg geborene Gerhard Casper war von 1992 bis 2000 Präsident der Stanford-Universität. Seit 2001 lehrt der Verfassungsjurist Jura in Stanford.

Quelle: gms

 
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