Rütli-Schule: Neuer Direktor will mehr Lehrkräfte
zuletzt aktualisiert: 04.04.2006 - 15:43Berlin (rpo). Bereits am zweiten Tag nach seinem Amtsantritt an der Berliner Rütli-Schule setzt sich Helmut Hochschild für die Neueinstellung von weiteren Lehrkräften ein. "In der Vergangenheit mussten Lehrer Vertretungsstunden halten, statt Probleme aufzuarbeiten", sagte er am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Berlin.
Daher müssten nun dringend personelle Lücken geschlossen werden, um die Probleme an der Schule zu lösen. "Die Kollegen fühlten sich von außen nicht unterstützt", sagte er. Hochschild soll die Hauptschule bis Sommer kommissarisch leiten, die durch einen Brandbrief des Kollegiums bundesweit in die Schlagzeilen gekommen war. Er war bisher Schulleiter an der Paul-Löbe-Schule im Berliner Bezirk Reinickendorf.
Hochschild kritisierte die Medien für die "schiefe Darstellung" der Zustände an der Rütli-Schule im Problembezirk Neukölln. Schlagzeilen wie "Hass-Schule" seien völlig unzutreffend, sagte er und forderte, in den kommenden Wochen in Ruhe arbeiten zu können. "Wir wollen auf keinen Fall, dass die Zustände an der Rütli-Schule zum Wahlkampfthema werden", sagte er.
Hochschild zeigte sich nach ersten Gesprächen mit Schülern optimistisch. "Viele haben spontan Lösungsvorschläge vorgebracht und wissen, dass sie bei sich selbst anfangen müssen", sagte er. Die Frage, ob die Schule aufgelöst werden solle, hätten alle mit einem klaren Nein beantwortet.
Pflüger fordert Metalldetektoren
Derweil sprach sich CDU-Politiker Friedbert Pflüger für den Einsatz von Polizeistreifen, Metalldetektoren und Videokameras an der Problem-Schule aus. Diese Maßnahmen sollten jedoch nur notfalls und in Übereinstimmung mit Lehrern, Schülern und Eltern angeordnet werden, erklärte der CDU-Spitzenkandidat für die Berliner Abgeordnetenhaus-Wahl am Dienstag. Für Jugendliche, die regelmäßig polizeilich auffällig werden, sollten Kurzarreste zur Prävention, Fahrverbote und die Einführung von Meldepflichten erwogen werden.
Die Vorschläge finden sich in einem dreiseitigen Papier mit der Überschrift "Rütli-Schule - Konsequenzen ziehen, Chancen verbessern". An der Berliner Hauptschule hatten Lehrer wegen eskalierender Gewalt einen Hilferuf an die Schulverwaltung gerichtet.
Pflüger regte an, bei notwendigen Sanktionen auf erzieherische Maßnahmen zu setzen, insbesondere auf den Täter-Opfer-Ausgleich und die Schadenswiedergutmachung. Ausländische Intensivtäter müssten im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten in ihr Herkunftsland abgeschoben werden, "auch wenn sie noch zur Schule gehen".
Pflüger wünscht sich ebenfalls, Kinder nur bei ausreichenden Deutschkenntnissen einzuschulen. "Sollten diese nicht gegeben sein, muss es eine Vorschulpflicht geben", erklärte er und ergänzte: "Eltern, die nicht mit den Schulen kooperieren, müssen hierzu auch unter Streichung des Kindergelds und der Sozialleistungen verpflichtet werden." Auch zur Durchsetzung der Schulpflicht müsse den Eltern notfalls das Kindergeld gekürzt werden.
Pflüger betonte, es gehe nicht um die "Frontlinie Deutsche versus Ausländer", sondern "rechtschaffen versus kriminell". "Wir müssen die Verbände der Muslime und der Eltern der Migranten gewinnen, um gemeinsam für mehr Ordnung, Disziplin, Rücksichtnahme und Solidarität an den Schulen zu streiten."
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