Rechtschreibreform: NRW führt Vorschläge des Rechtschreibrates ein
zuletzt aktualisiert: 15.02.2006 - 17:30Düsseldorf (rpo). NRW will die umstrittene Rechtschreibreform auf Grundlage der Vorschläge des Rats für deutsche Rechtschreibung verbindlich verbindlich machen. Lediglich für die nach Ansicht der KMK strittigen Regelungen wie die Getrennt- und Zusammenschreibung wurde die Übergangsfrist ausgeweitet.
Die Landesregierung habe die Absicht von Schulministerin Barbara Sommer (CDU) gebilligt, in der Sitzung der Kultusministerkonferenz Anfang März für die Übernahme der Empfehlungen des Rates zu stimmen, teilte das Schulministerium mit. Die Rechtschreibreform ist mit Ausnahme von Nordrhein-Westfalen und Bayern bereits seit August vergangenen Jahres in großen Teilen verbindlich. Lediglich für die nach Ansicht der KMK strittigen Regelungen wie die Getrennt- und Zusammenschreibung wurde die Übergangsfrist ausgeweitet.
Sommer verteidigte den Weg Nordrhein-Westfalens als "gute und richtige Entscheidung". Dadurch sei den Schülern ein zusätzliches Durcheinander erspart worden, erklärte die Ministerin. Dies zeigten die Änderungsvorschläge des Rates, wonach eine Vielzahl problematischer Regelungen rückgängig gemacht werde. Das Gremium hatte seine Arbeit an Änderungsvorschlägen zur Rechtschreibreform Anfang Februar vorläufig abgeschlossen. Die KMK will am 2. März über die verbindliche Einführung dieser Vorschläge entscheiden.
Auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", die die alten Regeln im Jahr 2000 wieder eingeführt hatte, begrüßte die Vorschläge des Rates. Er halte diese "in großen Teilen für vernünftig", sagte FAZ-Mitherausgeber Frank Schirrmacher der Wochenzeitung "Rheinischer Merkur". Die FAZ werde sich diesen Vorschlägen anschließen können.
Der Rat war im Zuge der anhaltenden Kritik an der bereits im August 1998 an den Schulen eingeführten Reform eingesetzt worden, um mögliche Änderungen an der seit Jahren umstrittenen Reform zu erarbeiten. Dem Gremium gehören 36 Experten aus Wissenschaft und Praxis an, von denen 18 aus Deutschland sowie jeweils neun aus Österreich und der Schweiz kommen.
Zu den Mitgliedern gehören Sprachwissenschaftler, aber auch Vertreter von Verlagen oder Journalistenverbänden. Vorsitzender der Gremiums ist der frühere bayerische Wissenschaftsminister Hans Zehetmair (CSU).
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