"Wird attraktiver Standort": Rütli-Schule - Polizei zeigt Präsenz
zuletzt aktualisiert: 31.03.2006 - 13:24Berlin (rpo). Wie bereits angekündigt, hat die Polizei am Freitagmorgen vor der wegen Gewaltexzessen von Schülern in die Diskussion geratenen Rütli-Hauptschule im Berliner Stadtteil Neukölln Stellung bezogen. Berlins Bildungssenator Klaus Böger hat der Schule am Freitagmorgen einen Besuch abgestattet. Er zeigte sich überzeugt, die Schule werde sich "zu einem attraktiven Standort entwickeln".
Berlins Bildungssenator Klaus Böger (SPD) hat am Freitag dem Lehrerkollegium und den Schülern der Rütli-Schule den neuen Schulleiter sowie zwei neue Sozialarbeiter vorgestellt.
Böger sagte, nach den Gesprächen sei er wesentlich optimistischer. Der neue Schulleiter werde bis zu den Sommerferien an der Schule bleiben. Die Stelle werde jetzt ausgeschrieben.
Nach den Worten des Senators sind die Lehrer angesichts des großen Medieninteresses jetzt in Sorge, dass ihre Schule stigmatisiert wird und Eltern ihre Kinder möglicherweise abmeldeten. Das Bekanntwerden von Gewaltexzessen an der Neuköllner Hauptschule hatte eine öffentliche Diskussion ausgelöst.
Integration von Einwandererfamilien
Der Referatsleiter für Hauptschulen bei der Senatsbildungsverwaltung, Siegfried Arnz, sagte, in der nächsten Woche werde ein Programm für den Schulunterricht erarbeitet. Er sei zuversichtlich, dass sich die Schule zu einem attraktiven Standort entwickle. Er betonte zugleich, diejenigen, die mit ihrem Verhalten die Würde anderer verletzten und damit für ein schwieriges Klima sorgten, seien in der Minderheit.
Böger unterstrich, in einer Schule konzentrierten sich immer gesellschaftliche Probleme. Ursachen lägen unter anderem in Elternhäusern, Lehrer könnten das allein nicht richten. Als drängendes Problem bezeichnete der Senator die Integration von Einwandererfamilien. Diese müssten dafür gewonnen werden, sich Kenntnisse der deutschen Sprache und über die Rechtsordnung anzueignen.
Der Bildungssenator sagte, für die Probleme an der Schule gebe es keine schnelle Lösung. Die Polizei solle ein Zeichen setzen, dass gemeinsam mit dem Lehrerkollegium eine Veränderung eingeleitet werde. Die Zusammenlegung von Hauptschule und Realschule könne eine Möglichkeit sein. Dies müsse "aber organisch vor Ort" gemeinsam mit Schulleitung und Schülern geklärt werden.
Die Polizei zeigte am Morgen mit sechs Beamten Präsenz vor der Schule und in Seitenstraßen. Die Beamten stünden als Gesprächspartner für Lehrer und Schüler zur Verfügung, sagte ein Polizeisprecher. Zudem solle ausgelotet werden, inwieweit die Polizei an der Schule tätig werden müsse. Die Gespräche mit Schülern seien auf einer normalen, friedlichen Ebene abgelaufen.
Am Mittag traf sich die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), mit Lehrern und Schülern.
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