Föderalismus: Schavan verteidigt Schulsystem
zuletzt aktualisiert: 22.02.2006 - 09:01Mainz (rpo). Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) sieht keinen Grund für eine erneute Debatte um den Föderalismus im deutschen Bildungssystem. Der UN-Sonderberichterstatter Vernor Murnoz hatte nach einer Reise durch Deutschland kritisiert, dass das deutsche Schulsystem zu früh eine Auslese betreibe, die eine Integration erschwere.
Der UN-Beauftragte habe bei der Vorstellung seines Berichts über das deutsche Bildungssystem bei aller Kritik den Erhalt des föderalen Systems befürwortet, sage Schavan am Dienstagabend im ZDF-"heute journal". Allerdings müsse es gemeinsame strategische Ziele geben.
Föderalismus bedeute nicht, dass jeder mache, was er wolle, sagte Schavan. Für die entscheidenden Fragen müsse es gemeinsame Strategien geben. Das deutsche Bildungssystem lasse sich nicht einfach umbauen.
Darüber hinaus müsse die frühkindliche Bildung gestärkt werden, forderte Schavan. Zudem müsse die Schule als Instrument der Integration genutzt werden, etwa beim Erlernen der deutschen Sprache. Auch müsse die Durchlässigkeit der Schulsysteme gewährleistet sein. Auf jeden Schulabschluss müsse es die Möglichkeit zu einem Anschluss geben. So sei es wichtig, dass an immer mehr Hauptschulen die Möglichkeit für einen mittleren Abschluss angeboten werde. Danach gebe es dann die Chance auf einen Sekundarabschluss zwei.
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