Umfrage: Viele Pädagogen haben Klassen nicht im Griff: Schüler trauen Lehrern pädagogisch wenig zu
zuletzt aktualisiert: 21.10.2003 - 12:15Hamburg (rpo). Deutschlands Lehrer bekommen ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Laut einer Umfrage im Auftrag der Zeitschrift "tv Hören und Sehen" haben 84 Prozent der Lehrer in Deutschland ihre Klassen nicht im Griff.
Das Gewis-Institu befragte dafür 1.017 Eltern und Schüler. Diese stellen außerdem die pädagogische Kompetenz der Lehrer in Frage: Jeder dritte Schüler (41 Prozent) fühlt sich von Lehrern gemobbt, und 27 Prozent haben vor bestimmten Lehrern Angst. Nach Expertenansicht sind aber Eltern mitverantwortlich für die Schulmisere.
Bei der Benotung kommen die Lehrer insgesamt besser weg: 59 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die Noten gerecht verteilt werden. Die Fachkompetenz der Lehrer wird dabei unterschiedlich beurteilt: Besonders gut schneiden die Sport-, Englisch- und Erdkundelehrer ab. Weniger Kompetenz dagegen wird den Deutsch- und Sozialkundelehrern zugesprochen.
Der Jugendforscher Klaus Hurrelmann kritisierte der Zeitschrift zufolge das geringe Engagement der Eltern. Der Umfrage zufolge kennen 84 Prozent der Eltern die Lehrer ihrer Sprösslinge noch nicht mal persönlich. Da Eltern den Kontakt zu den Lehrern nicht ausreichend pflegten, seien sie mitverantwortlich für die Schulmisere, erklärte Hurrelmann.
"Um die Lehr- und Lern-Qualität an Deutschland Schulen zu verbessern, müssen drei Dinge für die Lehrer getan werden", forderte Hurrelmann. Die Pädagogen bräuchten professionelle Unterstützung in Form einer Supervision. "Zweitens müssen sie besser ausgebildet werden in pädagogischer Hinsicht, und drittens muss das Schulsystem reformiert werden."
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