Statistisches Bundesamt: Sinkende Schülerzahlen an Haupt- und Realschulen
zuletzt aktualisiert: 23.02.2006 - 12:28Wiesbaden (rpo). Immer mehr Schüler in Deutschland streben einen höheren Bildungsabschluss an. Während die Schülerzahlen allgemein sanken, legte die Zahl der Gymnasisaten im laufenden Schuljahr um 1,2 Prozent oder 27.900 zu. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mit.
An Haupt, Real-, Gesamt- und Sonderschulen waren hingegen schrumpfende Schülerzahlen zu verzeichnen. Einen Zuwachs von 2,3 Prozent oder 1.700 Schülern verzeichneten hingegen die freien Waldorfschulen.
Am stärksten ging die Schülerzahl den Statistikern zufolge dabei mit 60.500 oder minus 5,6 Prozent an den Hauptschulen zurück, vor den integrierten Gesamtschulen und Schularten mit mehreren Bildungsgängen mit einem Minus von 37.300 oder 9,8 Prozent. Die Zahl der Realschüler schrumpfte um 28.300 oder 2,1 Prozent, die der Sonderschüler um 8.000 oder 1,9 Prozent.
Insgesamt war - wie schon im Vorjahr - ein Rückgang der Schülerzahlen an den allgemein bildenden Schulen zu verzeichnen - nämlich um 1,2 Prozent oder 118.900 auf rund 9,5 Millionen. Dabei fiel der Rückgang mit 5,3 Prozent oder 83.500 in Ostdeutschland deutlich stärker aus als in den alten Bundesländern, wo das Minus nur bei 0,4 Prozent oder 35.400 lag.
Grund: demographische Entwicklung
Den Hauptgrund dafür sehen die Statistiker in der unterschiedlichen demographische Entwicklung: Während in Ostdeutschland in der ersten Hälfte der 90er Jahre ein deutlicher Geburtenrückgang eingesetzt habe und erst seit der zweiten Hälfte die Geburten wieder langsam anstiegen, sei in Westdeutschland seit 1998 ein moderater Geburtenrückgang zu verzeichnen.
Dabei fiel die Entwicklung der Schülerzahlen in den verschiedenen Bundesländern denkbar unterschiedlich aus: War in Hamburg ein Plus von 0,3 Prozent zu verzeichnen, war es im Saarland ein Minus von 1,9 Prozent. Im Osten reichte die Spanne von minus 2,6 Prozent in Berlin bis minus 7,3 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern.
In den Grundschulen legten die Schülerzahlen im laufenden Schuljahr um 0,9 Prozent auf rund 3,2 Millionen Schülerinnen und Schüler zu, was den Statistikern zufolge weitgehend auf neu geschaffene Möglichkeiten zur frühzeitigeren Einschulungen zurückzuführen ist.
Große Unterschiede ergaben sich auch bei der Verteilung der Geschlechter. Während der Mädchen-Anteil mit 53,7 Prozent an Gymnasien überdurchschnittlich hoch ausfiel, lag ihr Anteil an den Hauptschulen nur bei 43,8 Prozent und an den Sonderschulen sogar nur bei 36,9 Prozent. An Realschulen waren mit etwa 50,2 Prozent etwa die Hälfte der Unterrichteten Mädchen, in allgemein bildenden Schulen insgesamt lag der Anteil bei 49,2 Prozent.
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