NRW-Bildungsministerin: Sommer will vor allem die Hauptschule stärken
zuletzt aktualisiert: 05.03.2006 - 18:08Düsseldorf (rpo). NRW-Bildungministerin Barbara Sommer ist enttäuscht über das schlechte Abschneiden der Gesamtschule bei der DESI-Bildungsstudie. Dennoch will sie weiterhin in erster Linie Hauptschulen fördern. Im April und Mai beginnt zudem in NRW die nächste Runde der PISA-Studie an weiterführenden Schulen.
Angesichts der Ergebnisse der DESI-Bildungsstudie sieht sich NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU) auf dem richtigen Kurs, vor allem die Hauptschule zu stärken. "Hier ist der Förderbedarf am größten", sagte Sommer am Sonntag in Düsseldorf.
Enttäuscht zeigte sie sich vom Abschneiden der Gesamtschule, die jahrzehntelang in NRW gegenüber anderen Schulformen personell besonders gut ausgestattet worden sei und deshalb bessere Resultate bringen müsste. Über alle Schulformen hinweg gebe es aber ein erfreuliches Ergebnis: Der schnelle Kompetenzzuwachs der Schüler im Verlauf der neunten Klasse belege, dass sich mit pädagogischem Engagement viel erreichen lasse. Das sollte die Lehrer ermutigen. Allerdings müssten die Unterrichtsmethoden verbessert und die Schüler im Unterricht stärker gefordert werden.
In der ersten großen deutschen Studie "Deutsch Englisch Schülerleistungen International" (DESI) wurden 11.000 Schüler der 9. Klassen aller Schularten im Schuljahr 2003/04 getestet. Während Gymnasien überdurchschnittliche Leistungen in Englisch aufwiesen, wurden in Hauptschulen und integrierten Gesamtschulen große Defizite ausgemacht. Im Fach Deutsch hatten vor allem Schüler von Hauptschulen und integrierten Gesamtschulen größere Schwierigkeiten.
Nächste Pisa-Runde im April
In NRW findet im April und Mai die nächste PISA-Runde statt. An insgesamt 103 weiterführenden Schulen werden sich 15-jährige Schüler an der mittlerweile dritten internationalen Bildungsstudie der OECD beteiligen, wie ein Sprecher des Schulministeriums auf Anfrage sagte. Die internationalen Ergebnisse sollen im Herbst 2007, der Bundesländervergleich im Herbst 2008 vorliegen.
Nach Angaben des Sprechers können die Schulen als Vorbereitung auf die Tests Beispielaufgaben aus den Studien von 2000 und 2003 erhalten. Dies sei auch in Vorbereitung auf die beiden ersten Studien so gehandhabt worden. Zudem finden in den kommenden Wochen dezentrale Informationsveranstaltungen für Schulleiter, Lehrer und Schülervertreter statt, wie der Sprecher erläuterte. Nach den Schwerpunkten "Lesen" und "Mathematik" in den vorangegangen PISA-Studien stünden nun die naturwissenschaftlichen Fächer im Mittelpunkt.
Sie hoffe, dass die Schüler im Land bei den PISA-Tests im April und Mai besser abschnitten als in der Vergangenheit, sagte Schulministerin Barbara Sommer (CDU) auf Nachfrage. Sie betonte: "Es wird keine grundlegenden Verbesserungen geben können, ich hoffe aber auf eine spürbare positive Entwicklung." Deutliche Besserungen will sie bei der PISA-Studie 2009 erreichen.
Ergebnisse von PISA 2009 im Jahr 2010
Die internationalen Ergebnisse dieser dann vierten Studie sollen nach Angaben des Ministeriumssprechers 2010 vorlegen. Unklar sei noch, ob und wann nationale Ergebnisse veröffentlicht würden.
Bei der vergangenen PISA-Studie hatten sich die nordrhein-westfälischen Schüler im Vergleich zur Studie von 2000 nicht substanziell verbessert. Der Rückstand zum PISA-Sieger Bayern beträgt danach ein Jahr Lernzeit. Sorgenkinder bleiben vor allem die Hauptschüler. Rund zwei Drittel gehören zur so genannten Risikogruppe und werden absehbar erhebliche Probleme im weiteren Bildungsverlauf haben.
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